Neuer Stadtbus fährt jede halbe Stunde

Der öffentliche Nahverkehr im Vogtland steht vor einem Quantensprung. Auch der Stadtbusverkehr in Auerbach verbessert sich ab 13. Oktober deutlich, es gibt völlig neue Linien und Taktzeiten.

Auerbach.

Die neue Stadtbus-Linie 11 wird ab 13. Oktober vom frühen Morgen bis abends, 19 Uhr, vom Auerbacher Neubaugebiet am Bendelstein durchs Stadtzentrum (Fußgängerzone) bis nach Hinterhain und zurück pendeln. Und nach 19 Uhr fahren bei Bedarf stündlich Rufbusse (also nach telefonischer Bestellung). Nach Auskunft von Sebastian Eßbach, derzeit Geschäftsführer des Zweckverbands ÖPNV Vogtland, ist das eine deutliche Verbesserung. "Bisher fuhren die Busse ab Bendelstein im Stundentakt, nach Hinterhain gab es vormittags und nachmittags nur jeweils vier Verbindungen", erläuterte er am Dienstag anlässlich der Präsentation des neuen Stadtbusses, der dann einen Teil der neuen Route abfuhr. "Und es musste im Stadtzentrum umgestiegen werden." Am Wochenende wird die 11 immerhin noch im Stundentakt fahren. Die Verbesserungen sind Teil des neuen Vogtlandnetzes, das ab 13. Oktober den gesamten Nahverkehr im Vogtland revolutioniert.

Im Auerbacher Stadtverkehr zum Einsatz kommen Midi-Busse, die rund zwei Meter kürzer sind als normale Busse, sie bieten jeweils 29 Sitzplätze und einem Rollstuhl-Platz. Sie lösen auch die bisher teilweise durchs Zentrum rollenden Kleinbusse ab: Immerhin erhoffen sich die Verantwortlichen von der Offensive im Nahverkehr einen erheblichen Zuwachs an Fahrgästen. Neu angefahren wird eine Haltestelle am Friedensring, die bisher nur als Schulbushaltestelle diente.

Auch die Ortsteile sollen ab Oktober besser angebunden sein, dazu dienen unter anderem die Linien 12 (zwischen Rodewisch und Rempesgrün) und 13 (zwischen Reumten-grün und Schnarrtanne). Durch die Überlagerung der beiden Linien gibt es hier künftig einen Stunden-Takt, erläutert Eßbach: "Der Großteil von Reumtengrün hatte ja bisher gar keine direkte Busverbindung nach Auerbach." Das Kaufland wird auch am Samstag bedient, eine Verknüpfung mit der Eisenbahn am unteren Bahnhof beziehungsweise am Haltepunkt hergestellt. Beerheide und Rebesgrün werden künftig wochentags im Stundentakt angefahren, auch für Schnarrtanne, Brunn und Sorge besteht dank Stadtbus und Taktbus dann von Montag bis Freitag ein stündliches Angebot.

An der Testfahrt des neuen Stadtbusses nahm am Dienstag CDU-Stadtrat Joachim Otto als Vize-Bürgermeister teil. Er sprach von einer "völlig neuen Qualität" des Nahverkehrs und von einem "Quantensprung", der im Oktober kommen werde. Durch die bessere Verbindung aller Ortsteile werde die Stadt "zusammenrücken", hofft Otto. Aber auch auf die neuen, wesentlich besseren Verbindungen in die Nachbarstädte, etwa nach Falkenstein, freut er sich. Das neue System müsse bekannt gemacht werden: "In Zukunft kann man das Auto durchaus mal stehen lassen." Otto mahnt, sich nicht entmutigen zu lassen, wenn die Busse in den ersten Monaten nicht gleich voll sein werden. "Das geht nicht von heute auf morgen - ein langer Atem wird gebraucht."

ÖPNV-Geschäftsführer Eßbach hebt besonders die neue Vernetzung von Bus und Bahn hervor: "Wir haben die Chance genutzt, das Netz komplett neu zu denken. Ich bin optimistisch, dass die Bürger das annehmen." Ihm sei dabei klar, dass die Änderungen gerade für Ältere zunächst auch eine Herausforderung seien. Gedruckte Fahrpläne wird es ab Ende September geben, sie sollen dann auch an Infomobilen auf den Wochenmärkten erhältlich sein. Man könne sich aber jetzt schon in der Tourismus- und Verkehrszentrale telefonisch informieren oder gleich ins Gartenhaus, Göltzschtalstraße 16, kommen, um sich Fahrpläne ausdrucken zu lassen.

Infos zum neuen Netz unter www.vogtlandauskunft.de (Stichwort Vogtlandnetz 2019+) oder am Servicetelefon 03744 19449.

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