Ob Park oder Arzt: Ohne Auto geht nichts

Josephine Schönherr aus Reichenbach leidet unter frühkindlichem Autismus. Sie besucht die Carolinenschule in Greiz. Die Aktion "Leser helfen" macht sich für die 20-Jährige stark.

Reichenbach.

Das ist wohl allen schon so ergangen: Ohne Auto ist man aufgeschmissen. Josephine Schönherr aus Reichenbach geht das nicht anders. Die 20-Jährige, die unter frühkindlichem Autismus (Pflegegrad 5) leidet, braucht diese Mobilität. Denn sie bedeutet Lebensqualität.

Zum Förderzentrum Carolinenschule (G-Schule) in Greiz-Obergrochlitz und zurück gibt es einen Fahrdienst. Privat fährt ihre Mutter Cornelia einen VW Multivan, Baujahr 2000, der vor zehn Jahren angeschafft und umgebaut wurde. Die Mittelbank wurde entfernt. Josephine sitzt auf der hinteren Bank in der Mitte, mit viel Platz um sich herum.

Die häufigen Arztbesuche führen dabei auch über das Vogtland hinaus, nach Hof, Chemnitz oder Stadtroda. "Wir mussten aber auch schon Arzttermine absagen, weil das Auto streikte. Anfang 2017 wollten wir zur Kinder- und Jugendpsychiatrie nach Stadtroda. Doch unterwegs zog der Motor nicht mehr, da mussten wir umdrehen und sind langsam heimgetuckert", schildert die Mutter. Einmal, zum Glück nur um die Ecke in Mylau, musste der altersschwache VW auch abgeschleppt werden.

Josephine liebt die Natur. Deshalb fährt sie mit ihrer Mutter nachmittags und an den Wochenenden oft hinaus. Sie gehen gern in einem Waldstück bei Kahmer, im Reichenbacher Stadtpark und im Park der Generationen, im Fürstlichen Park Greiz oder in Obermylau spazieren. "Zeit in der Natur ist Josi superwichtig. Fernab von Menschenmengen kann sie da mal Dampf ablassen", sagt Cornelia Schönherr.

Wichtig ist das Auto auch, damit Josephine ihrem Freund nahe sein kann. Dominik aus Teichwolframsdorf hat sie in der Schule kennen gelernt. Seit drei Jahren ist das mehr als eine Freundschaft. Die Mutter sagt: "Wenn er da ist, strahlt sie. Das ist eine große Freude. Sie lässt auch Nähe zu, sie kuscheln." Für Menschen mit frühkindlichem Autismus, die oft nur eine zentrale Bezugsperson erwählen, ist das gar nicht so einfach. "Ich bin die Konstante in ihrem Leben, die alles abkriegt, auch schlechte Laune. Dominik aber ist ihr Freund, ihre Privatsphäre. "Am Wochenende ist er oft bei uns, ich fahre ihn dann am Sonntag heim", berichtet Cornelia Schönherr. Auch hier gilt: Ohne Auto ginge das nicht.

Das Familienauto ist jedoch in die Jahre gekommen, rostet, verliert Öl. Der Motor müsste überholt werden. 2019 läuft der Tüv ab. Danach muss etwas anderes her, ein gebrauchtes, generalüberholtes Auto oder etwas Neues. Mit den entsprechenden Umbauten für Josephine Aber dafür ist kein Geld da. Bei Hartz IV bleibt nicht genug übrig.

Ein Ersatz für das alte Auto ist ihr sehnlichster Wunsch. Deshalb möchte die Aktion "Leser helfen" die Familie unterstützen und um Spenden werben. Helfen Sie mit!

Der heutigen Ausgabe liegt ein vorbereitetes Spendenformular bei, mit dem Sie direkt für eines der Projekte spenden können. Auch freie Spenden an den Verein "Leser helfen" sind damit möglich. Zudem haben Sie die Möglichkeit, Ihre Spende direkt auf das "Leser helfen"-Konto zu überweisen. Die IBAN lautet: DE47 8709 6214 0224 4224 40. Hierbei bitte das Projekt als Kennwort mit angeben. Im Internet finden Sie weitere Informationen zu den Hilfsaktionen und zum Verein. Auch kann dort direkt für die einzelnen Projekte gespendet werden. Dafür bedanken wir uns herzlich! www.freiepresse.de/leserhelfen

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