Radweg in Rebesgrün abgelehnt: Rat folgt Willen der Anwohner

Der geplante Lückenschluss für den Höhenradweg Göltzschtal ist vom Tisch. Nach Diskussion wurde der Vorschlag der Stadt Auerbach abgelehnt.

Auerbach.

730 Meter lang ist das Radweg-Teilstück, das die Stadt hinter einer Bebauung zwischen Haupt- und Lessingstraße im Ortsteil Rebesgrün plante - auf einem Randstreifen zwischen Acker und Grundstücksbegrenzungen. Ein Lückenschluss für einen Höhenradweg, der als zertifizierter Radweg vor allem touristischen Zwecken dienen soll.

Abseits des motorisierten Verkehrs und von gefährlichen Situationen an Hauptverkehrsstraßen - in Rebesgrün waren das die Gründe, um sich dagegen auszusprechen: Denn was für die Radfahrer gut ist, muss noch lange nicht aus Anwohnersicht passen. Deshalb fiel die Vorlage für den Baubeschluss im Stadtrat am Montag durch. Acht Räte stimmten dagegen, sieben dafür, zwei enthielten sich. Die Ablehnung kam durch einen fast vollständigen Schulterschluss von CDU-Fraktion und den zwei Linkenvertretern zustande. Damit ist auch die 80-prozentige Förderung für das 270.000 Euro teure Projekt vom Tisch, die entsprechende Reservierung gilt nur bis Ende November.

Einige der betroffenen Anwohner waren zur Einwohnerfragestunde in der Stadtratssitzung erschienen. Bei einer Trassenführung hinter ihren Grundstücken entlang befürchten sie eine Wertminderung ihrer Grundstücke. Ortsvorsteher Stefan Fischer betonte, dass sich der Ortschaftsrat gegen die Trassenführung ausgesprochen habe und warf dem zuständigen Amtsleiter Knut Kirsten vor, die Alternativen nicht ausreichend geprüft zu haben. Die Rebesgrüner wollen, dass der Radweg entlang der Haupt- und Rodewischer Straße ausgewiesen wird. Wo möglich, auf dem Fußweg.

Knut Kirsten konterte: Das widerspreche sämtlichen Vorschriften, die es beim Ausbau solcher Radrouten gebe und unterlegte dies mit Stellungnahmen von Polizei, Landratsamt und Landesstraßenamt. Insbesondere die 20 Einfahrten, die bei einer Routenführung auf dem Gehweg der Hauptstraße gekreuzt würden, stufe man mit Blick auf die Sicherheit als äußerst kritisch ein.

Dennoch sei das Votum der Rebesgrüner höher zu gewichten, fanden Joachim Otto, Stefan Reißmann, Oliver Horn, Bettina Groth (CDU) und Volker Mieth (Linke). Gespalten argumentierten Martin Treeck (FDP) und Tilman Matheja (AfD). Einerseits seien die Bedenken nachvollziehbar, andererseits gehe es um die Interessen der Stadt.

Bauamtsleiter Patrick Zschiesche warf ein, dass die geplante Trassenführung seit Jahren bekannt sei und nur wegen fehlender Fördermittel erst jetzt umgesetzt werden solle. Wenig Verständnis für den Rebesgrüner Widerstand zeigte deshalb Friedrich Fuchs (SPD/SFV) Die Vorlage sei seit 2017 mehrfach diskutiert worden, rief er in Erinnerung, bevor ihm mit "Wir machen hier kein Wünsch-dir-was" der Kragen platzte. Fassungslos war Fraktionskollege Uwe Ebert (FW), der den Rebesgrünern vorhielt: Angesichts ihres Protestes könnte man meinen, vor ihren Gärten solle eine Autobahn oder ein Flughafen gebaut werden. Es gehe um einen Radweg, sonst nichts, so auch Jens Bunzel (AfD), der die touristische Bedeutung nochmals unterstrich.

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