Sanierung der geistlichen Häuser: Architekten sollen Ideen liefern

Der kirchliche Bauantrag ist genehmigt. Damit kommt die St.-Laurentius-Gemeinde ihrem Ziel, das Gebäudeensemble zu entwickeln, ein Stück näher. Wie es am Auerbacher Kirchplatz weitergeht.

Auerbach.

Am Montag geht's zur Sache: Planer aus Dresden werden sich die Gegebenheiten in Auerbach anschauen und mit Vertretern der St.-Laurentius-Gemeinde den Architekturwettbewerb vorbereiten. Der soll in diesem Jahr ausgelobt werden, um Ideen für die Sanierung der Gebäude Kirchplatz 4 und 6 zu finden. Beide - das Pfarramt mit der Nr. 4 und das benachbarte Haus Nr. 6 - gehören zum Ensemble der sogenannten geistlichen Häuser, die die St.-Laurentiuskirche flankieren.

"Mit der kirchlichen Baugenehmigung haben wir grünes Licht für den Architekturwettbewerb erhalten", freut sich Pfarrerin Dr. Nikola Schmutzler. Und nicht nur das: Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen beteiligt sich auch an den Kosten, die für Ausschreibung, Planer und Preisgelder anfallen. Man kalkuliere mit einem mittleren fünfstelligen Betrag, so die Pfarrerin.

Was die Sanierung von Kirchplatz 4 und 6 unter Einbeziehung des evangelischen Kindergartens mit dem Kirchgemeindesaal an der Turngasse kosten würde - auch davon soll der Wettbewerb eine Vorstellung liefern. "Umbau und Sanierung, Komplettabriss oder Teilneubau - wir halten das bewusst offen", sagt die Pfarrerin. Auf der Grundlage ihres Nutzungskonzepts wurde der Bauantrag beim Landeskirchenamt gestellt: Büros für die Verwaltung des Christus-Kirchspiels, Räume für Pfarrer und Kantor sowie kirchliche Gruppen und das kirchenmusikalische Zentrum, Erweiterung des Kindergartens, damit auch Kleinkinder betreut werden können; zeitgemäße Sanitäreinrichtungen und barrierefreier Zugang - all das sind Anforderungen, für die das Projekt Lösung liefern soll. "Und der Wettbewerbsidee, wie das architektonisch und städtebauliche umgesetzt werden kann", ergänzt Roy Estel.

Der Wildenauer ist Baupfleger der Landeskirche und begleitet das Vorhaben. "Zusammen mit dem den Wettbewerb betreuenden Büro wird jetzt die Aufgabenstellung formuliert, die noch dieses Quartal EU-weit veröffentlicht werden soll", kündigt er an. Aus den Interessenten werden fünf geeignete Planer zum Wettbewerb eingeladen. Die schauen sich nicht nur die Gegebenheiten an, sondern sollen auch ihre Entwürfe in Auerbach präsentieren. Am Ende kürt eine Jury den Wettbewerbssieger. Estel rechnet damit, dass das Ergebnis im Herbst vorliegt - und damit auch eine ungefähre Vorstellung davon, welche Kosten auf die Kirchgemeinde mit dem Bau zukommen.

Das Pfarramt hat als ehemalige Schule einen für seinen heutigen Zweck ungeeigneten Zuschnitt. Und das benachbarte Haus Kirchplatz 6, als herrenlose Immobilie vom Freistaat an die Stadt übertragen, gilt als abrissreif. Vergangenes Jahr war deshalb von einem Bauvolumen zwischen drei und vier Millionen Euro die Rede. Und dass die Kirchgemeinde bei der Umsetzung ihrer Pläne auf Unterstützung baut. "Bei der Präsentation unserer Überlegungen in städtischen Gremien wurde unser Projekt positiv aufgenommen", erinnert sich die Pfarrerin. Auch habe es bereits erste Gespräche in Dresden gegeben, um die Möglichkeiten für weitere Unterstützung auszuloten.

Das bestätigen sowohl der Landtagsabgeordnete Sören Voigt (CDU) als auch der Auerbacher Bauamtsleiter. "Wenn sich die Stadt zu dem Projekt bekennt, sind weitere Gespräche zur Finanzierung möglich", verspricht Voigt, behilflich zu sein. Patrick Zschiesche signalisiert, auch die Stadt sei dem Projekt gegenüber aufgeschlossen: "Wenn es gelingt, wäre es für Auerbach aus städtebaulicher Sicht ein Gewinn", sagt der Bauamtsleiter und spricht von der Finanzierung als "höchste Hürde": Das Projekt werde absehbar ein Volumen erreichen, das die Auerbach zur Verfügung stehenden Mittel für die Städtebauförderung übersteigt. Darüber müsse gesprochen werden, am besten in Dresden und persönlich, wenn dies wieder möglich ist.

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