Schlossterrassen werden teurer als geplant

Die Arbeiten an Plauens markantester Baustelle nähern sich dem Ende. Mit Blick auf die Stadt durch die Amtsgärten flanieren kann man aber noch nicht.

Plauen.

Wenn das Wetter mitspielt, und nur dann, sollte es recht schnell gehen mit der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts der Schlossterrassen. "Wir liegen in den letzten Zügen", schätzt Eckhard Grondziok, Polier der Tiefbaufirma WTU Weischlitz, ein. Der Mann macht einen zufriedenen Eindruck. Denn "letzte Züge", das bedeutet schon etwas bei einem solchen Großprojekt, dessen Bautagebuch um die 390 Arbeitstage verzeichnet.

Grondzioks Bauleiter Klaus Kühnel ergänzt: "So um die drei Wochen haben wir wohl noch zu tun." Kühnel und sein Team wissen, dass sie von anderen Gewerken abhängig sind, von den Steinmetzen und den Schlossern zum Beispiel. Sind diese komplett fertig, muss der Weischlitzer Trupp nochmals ran. Dann kommen die teils zertretenen Wege an die Reihe.

Die Bauleute und Handwerker auf Plauens aufwendigster Baustelle machen gegen Monatsende erst einmal Pause. Sie arbeiteten gut ein Vierteljahr länger als geplant oberhalb der Syrastraße, weil keiner im Vorfeld wusste, wie unberechenbar die alte Bausubstanz wirklich ist. Dies wiederum hat Auswirkungen auf die Kosten des mit viel Aufmerksamkeit bedachten Projektes. Konkret heißt das, die ursprünglich im Jahr 2015 geplanten 2,9 Millionen Euro erhöhen sich auf 4,6 Millionen Euro. Warum genau, das weiß Kerstin Wolf, Fachbereichsleiterin Bau und Umwelt. Bereits im April ließ sie im städtischen Bauausschuss die Katze aus dem Sack: Im Bereich der Amtsgärten und des nördlichen Kellerzugangs habe man verfallende Mauern neu bauen und die Statik ständig anpassen müssen. "Hinzu kamen Kosten für die Kampfmittelsondierung", so Wolf.

Der finanzielle Mehraufwand lohne sich aber in jedem Fall, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Schließlich erhalte Plauen dadurch einen attraktiven Mittelpunkt, wird Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) nicht müde zu loben. Der Schlosshang-Bau ist seinen Worten zufolge eine gut geförderte Maßnahme: Zwei Drittel der Kosten übernehme der Freistaat Sachsen. Allein in diesem Jahr seien 950.000 Euro für die Sanierung des Schlosshangs ausgegeben worden.

Momentan werden die Geländer auf den Mauern montiert. Außerdem erhalten die Brüstungen noch Gitterstreben. Sie sind notwendig, denn die Hänge sind steil. Auf manchen der Terrassen sprießt schon Rasen, der erst im Vormonat gesät wurde. Später soll alles als Naherholungsort dienen. Doch bevor die Plauener und ihre Gäste flanieren dürfen, müssen die laufenden Arbeiten an den künftigen Gebäuden der Studienakademie, dem ehemaligen Amtsgericht, beendet sein. Vorher ist ein Zugang laut Stadtverwaltung nicht möglich.

Während der Winterpause auf der Schlossberg-Baustelle werden der Gehweg und die zweite Fahrspur an der Syrastraße wieder zugänglich sein. Bis zum Frühjahr, dann beginnt der nächste Bauabschnitt.

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