Spiegelkarpfen verlassen ihre Kinderstube

Die Fischereigenossenschaft Plauen hat gestern ihren Teich in Mechelgrün abgefischt. Bis zuletzt blieb es spannend, wie viel der Kormoran in diesem Jahr übrig gelassen hat.

Mechelgrün.

Mit dem Ergebnis sind Matthias Weinhold, seine Kollegen von der Fischereigenossenschaft Plauen und hinzugezogene Freizeitangler zufrieden: Zwischen 800 und 1000 Spiegelkarpfen holten die sechs Männer gestern per Mini-Boot, 30-Meter-Netz und Keschern aus einem ihrer beiden Teiche am Mechelgrüner Wasserschloss. Eingesetzt hatten sie voriges Jahr 2000 Tiere.

Man müsse sich immer überraschen lassen, wie viele Fische zum Vorschein kommen, sagte Geschäftsführer Matthias Weinhold. Kormorane und Reiher haben einen Riesenappetit auf die Karpfen und machen der Genossenschaft auch gerne mal einen kompletten Strich durch die Rechnung. "Dieser Teich befindet sich im Dorf, da greifen die Kormorane nicht so sehr an", sagte er. Weinhold und seine Mitarbeiter machen gelegentlich ganz andere Erfahrungen beim Abfischen: "Wir haben auch schon komplett leere Teiche erlebt."

Die erste Zeit nach dem Einsetzen ist die schwierigste. Dann bringen die einjährigen Karpfen ganze 30 Gramm auf die Waage. Ab einem Gewicht von 500 Gramm muss sich die Fischereigenossenschaft normalerweise keine Sorgen mehr machen. "So schwer müssen sie mindestens sein, dass sie nicht weggefressen werden." Seit Anfang der 1990er-Jahre treten Kormorane Weinhold zufolge als Nahrungskonkurrenten auf. "Man kann sagen, sie sind zeitgleich mit der Grenzöffnung rübergekommen."

2016 wurden die damals einjährigen Karpfen in den Mechelgrüner Teich entlassen. Seit voriger Woche hat er das für eine Entnahme nötige Niedrigwasser. Beim Abfischen befanden sich alle Karpfen in einem guten Gesundheitszustand. Wenn der Wasserstand auf natürliche Weise wieder an Höhe gewinnt, werden in zwei Wochen neue Einjährige eingesetzt. Die Abgefischten ziehen nach Hartmannsgrün um und teilen sich dort den Dorfteich mit Gleichaltrigen. Zugefüttert wird überall: mit Weizen, aber nur bis zum Herbst. Dann tritt Winterruhe ein.

Das Gewässer im Plauener Stadtpark hat die Prozedur bereits in der vergangenen Woche hinter sich gebracht. Ihre Bewohner wurden nach Schönberg gebracht. Wie es weitergeht, kann Matthias Weinhold noch nicht sagen. "Vielleicht fischen wir noch die Teiche an der Autobahn ab", erklärte er gestern.

Die Plauener Genossenschaft mit Sitz in Oelsnitz bewirtschaftet über 400 Gewässer und verkauft ihre Fische vogtlandweit. Beim Verzehr rangieren Karpfen auf der Beliebtheitsskala nach wie vor ganz oben, berichtete Weinhold. Gefolgt von Forellen. Zwei Zuchtanlagen hat die Fischereigenossenschaft unter ihren Fittichen: eine in Weischlitz und eine zweite in Oelsnitz.

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