Verein sucht nach Wegen aus Altersfalle

Die Briefmarken- und Ansichtskartenfreunde Auerbach/Vogtland müssen sich stärker vernetzen und verjüngen. Über das "Wie" haben sie sich jetzt Gedanken gemacht.

Auerbach.

Mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren gehören die Briefmarken- und Ansichtskartenfreunde Auerbach/Vogtland tatsächlich zu den jüngeren ihrer Art innerhalb der Region. Trotzdem plagen die 19 Mitglieder Existenzsorgen. Entsprechend angeregt diskutierten sie zur Jahreshauptversammlung am Samstag in Auerbach, wie sich ein Fortbestand des Vereins dauerhaft garantieren lässt. Das Problem ist erkannt: Auch Philatelisten müssen mit der Zeit gehen, sich gesellschaftlichen Veränderungen stellen. Grundsätzlich steht die Frage, wie sie an junge Menschen herankommen sollen? Dafür gibt es mehrere Ansätze.

Franz Hornung ist seit Mitte der 1950er Jahre im Verein aktiv und gehört damit zu den dienstältesten Mitgliedern. Er meinte: "Wir müssen uns eingestehen, dass unser Hobby in der Gesellschaft an Attraktivität eingebüßt hat." Andere wollten nicht so weit gehen. Das Interesse bei großen Schauen, Messen und Auktionen sei generationsübergreifend da, sagte Klaus Schädlich. Potenzial scheint also vorhanden zu sein. "Ein Allheilmittel gibt es aber nicht", erklärte Vereinschef Günter Feustel.

Kersten Wober schlug vor, nicht nur mit Gleichgesinnten bei der Bewältigung von Ausstellungen gemeinsame Sache zu machen, sondern auch die Fühler zu Vereinen anderen Inhalts auszustrecken. Zu Heimatfreunden zum Beispiel oder Naturschützern, auch zu Museen. Auch die Feuerwehr brachte er ins Spiel. Etwa bei Briefmarkenausstellungen in den Depots. "Das ist eine sehr gute Idee", fand Klaus Schädlich. Verjüngt hat der Verein längst die Art seiner Kommunikation, indem er sich eine Facebook-Seite zugelegt hat. In puncto Zulauf sind jedoch Expositionen nach wie vor das Zugpferd. Die nächste steht vor der Tür: Ende März bis Ende April zeigt der Verein seine Schätze zum zehnten Mal in der Sparkassen-Geschäftsstelle Auerbach. Hoffnung setzen die Sammler zudem in eine neue Ausstellungsklasse. Die heißt Open Philately. Bei solchen Wettbewerben ist auch nicht-philatelistisches Beiwerk zugelassen. Im Grunde alles, was aus Papier besteht und sich einrahmen lässt.

"Wir müssen unbedingt weiterdenken", brachte es Kersten Wober auf den Punkt. "Und uns umschauen bei anderen, wie die es schaffen, die Jugend anzulocken", sagte er. Philatelie funktioniere nicht mehr wie früher, hakte Franz Hornung ein und meinte die klassische Opa-Enkel-Einheit beim Sammeln. Heute ist das jüngste Vereinsmitglied 47 Jahre alt, das älteste 86. Man will unbedingt verhindern, das Schicksal der Treuener und Reichenbacher Vereine zu teilen. Die haben sich im Laufe der vergangenen Jahre aufgelöst. "Da war aber das Durchschnittsalter noch wesentlich höher als bei uns", gab Franz Hornung zu bedenken.

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