"Zugpferde" verschnaufen kurz

Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf. Bis zur nächsten Meisterschaft gönnen sich Oliver Söllner und Kosta vom Hundesportverein Rodewisch aber noch etwas Ruhe.

Rodewisch.

Haarscharf ist der Siegerpokal zur Sächsischen Gebrauchshunde-Landesmeisterschaft am einzigen Rodewischer Team vorbeigegangen. Bei der Fährtensuche in Waldheim übersah Oliver Söllners Belgischer Schäferhund Kosta einen Gegenstand. Dieser Fehler brachte den beiden schlagartig Platz vier anstatt Rang eins ein. Für einen noch größeren Wettstreit haben sie sich trotzdem qualifiziert: Im August wird das Duo vom Rodewischer Hundesportverein bei der Ostdeutschen Meisterschaft in Kamenz mitmischen.

Jetzt ist erst mal Durchatmen angesagt. Das heißt, Oliver Söllner und Kosta lassen es beim wöchentlichen Training erst mal ruhiger angehen. Vereinschef Markus Baumann traut den beiden Zugpferden noch mehr zu. "Sie haben schon einiges erreicht, sich in den letzten Jahren dreimal für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Dort starten nur die Besten", erzählt er. An Erfahrung fehlt es den beiden also nicht. "Letztendlich entscheidet aber die Tagesform, und der Teufel im Detail", sagt Markus Baumann.


Beim Gebrauchshundesport, jener dreiteiligen Disziplin, in der die Wettkämpfe stattfinden, ist Vielseitigkeit angesagt. Außer Fährtensuchen stehen Unterordnung und Schutzdienst im Programm. Unterordnung bedeutet, Alltagssituationen zu meistern. Schutzdienst ist Sport, der körperlich fordert. "Da wird der Hund auf Geschwindigkeit getestet, und er stellt einen Scheintäter", erklärt Markus Baumann. Sinn und Zweck sei es keinesfalls, Kampfhunde auszubilden. "Im Gegenteil. Wir kitzeln dabei nur den natürlichen, angeborenen Beutetrieb heraus - aber im Gehorsam."

Wie Gehorsam aussieht, können Besucher der Rodewischer Mittsommernacht am Freitag nächster Woche hautnah erleben. Dort werden die Hundesportler einen Stand aufbauen. "Genau neben den Kaninchenzüchtern", sagt Markus Baumann. Gehorsam sei das Ergebnis korrekter Erziehung. "90 Prozent der Fehler passieren am oberen Ende der Leine." Eine solche Schule kann bei den Rodewischern jeder Hund und Besitzer durchlaufen. Die Ausbildung beginnt beim Jungtier, aber nicht zu früh. "Man sollten Welpen erst mal Kind sein lassen, kann aber spielerisch anfangen, dass sie die Grundordnung kennen", erklärt Baumann. Bei Wettkämpfen gibt es strenge Regeln. Erlaubt sind Starts frühestens, wenn die Tiere den 15. Lebensmonat vollendet haben.

Mit Bauarbeiten am Gelände sind die etwa 30 Vereinsmitglieder für dieses Jahr durch. Im Mai erneuerten sie die bis dahin bei Nässe schlüpfrige Terrassentreppe mit Firmenunterstützung. Jetzt ist der Weg nach oben und unten trittsicher.

www.hsv-rodewisch.de

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