Zwischen Gaudi und Brauchtum: Treuener feiern Hutzentag

Bewährtes und Neues, gut gemischt - das hat der 14. Auflage des Spektakels viele Besucher beschert. Und neue, alte Mitstreiter.

Treuen.

60 Stände säumen den Treuener Markt und die Königstraße. Zwischen Handwerkern, Kunsthandwerkern, Händlern und Gastronomen hat die Evangelische Kirchgemeinde einen Stand aufgebaut. Nach längerer Pause wird neben Kirchturmführungen zum Treuener Hutzentag wieder Präsenz gezeigt. Für die 14. Ausgabe am Samstag - und zum 500. Reformationsjubiläum - dreht sich an ihrem Tisch alles um Martin Luther.

Der Kirchenstand bildete eine der Stationen des Hutzentag-Gaudiums, einem spaßigen, Geschicklichkeit und sportliches Können voraussetzenden Wettbewerb. Beim Tintenfass-Weitwurf mussten die Gemeindevertreter improvisieren: Keine Fässer, sondern haushaltsübliche blaue Schwämme stapelten sich im Korb. Als Zielscheibe diente der geöffnete Mund einer Teufelskarikatur. Unmittelbar nebenan wurde ein berühmtes, aber leicht entschärftes Luther-Zitat in die Tat umgesetzt. "Warum rülpset und messet ihr nicht", stand dort in historischen Lettern geschrieben. Wettbewerbsteilnehmer mussten Atemluft möglichst lautstark von sich geben. Ermittelt wurden die Dezibel-Zahlen mit zeitgemäßer Messtechnik.

Neues und Bewährtes bildete zum größten Freiluftfest wie üblich eine Einheit. "Es muss immer Bewegung drin sein. Wir wollen uns nicht festfahren", sagte Kristin Franda vom Gewerbeverein. Die Unternehmer organisieren den Hutzentag jedes Jahr mit dem Kinder- und Jugendzentrum Juzet und den Kulturbanausen. Kristin Frandas Vereinskollege Christoph Krumbiegel freute sich, sowohl bekannte als auch neue Gesichter in der Besuchermenge zu sehen. "Es sind auch viele Auswärtige da", stellte er fest.

Diesmal konnten Gäste länger bleiben - oder öfter vorbeischauen: Erstmals fand der Hutzentag nicht nur am Samstag statt, sondern begann schon am Freitag mit einer Filmnacht, dem so genannten Anhutzen.


"Bei der lauen Sommernacht haben wir einen Volltreffer gelandet"

Denny Pieschel von den Kulturbanausen organisierte die Filmnacht als Hutzentag-Einstieg. Sylvia Dienel hat sich mit ihm unterhalten.

Wie ist die Idee entstanden?

"Die Idee hatten eigentlich viele. Ursprünglich hieß es, wir könnten mal einen Film auf dem Markt zeigen. Ich habe diese Idee aufgegriffen und Wünsche gesammelt. Zum Hutzentag war sowieso geplant, hier einen Trailer zu stellen. Bei der lauen Sommernacht haben wir dann einen Volltreffer gelandet. Es waren ungefähr 350 Leute da, mehr als wir gedacht haben. Es sollte ein Abend für Familien sein. Der Hauptfilm ,Zoomania' richtet sich vor allem an Kinder."

Wo haben Sie die historischen Filme aufgespürt?

"Manfred Puschmann, der Vizebürgermeister von Treuen, besitzt Bild- und Filmdokumente. Als ich ihn angesprochen habe, war er begeistert. Sein Film zeigt die Stadt vor 100 Jahren, auch eine Feuerwehrübung und verschiedene Gewerke. Das sind Originalaufnahmen und hat sich für den Hutzentag angeboten. Ich selbst habe einen Film vom 2. Hutzentag 2005 gemacht. Damals war das noch ganz anders, besonders Markt und Bühne."

Soll es eine Fortsetzung geben?

"Mit der Erfahrung, die wir sammeln konnten, ja. Die Leute haben gesagt, das war richtig schön. Ältere, aber auch jüngere. So haben die Jüngeren Treuen noch nicht gesehen. Wir werden uns zusammensetzen, man braucht ja ein Konzept. Da kann man auf jeden Fall was draus machen. Wir haben bewusst kleiner angefangen und schon Ideen, die wir mit einbauen können. Ich denke, es wird wieder ein Anhutzen geben - mit der Filmnacht."

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