Adorf erhält große Bühne in Berlin

Wie die Stadt den Wandel meistert, interessiert die Bundesfamilienministerin. Was Adorfer bei einer Umfrage sagen, überrascht einen Experten.

Adorf.

Adorf macht die Bundespolitik neugierig: Am 20. Januar spricht Bürgermeister Rico Schmidt in Berlin mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (beide SPD) darüber, welche Erfahrungen Adorf als Kleinstadt in einer älter werdenden Gesellschaft gesammelt hat. Ein Ziel des Gesprächs: Dass die Demografiewerkstatt Kommunen (DWK), unter deren Dach seit 2016 viele Adorfer Initiativen laufen, über das geplante Ende Dezember 2020 hinaus verlängert wird. Adorf will bei dem vom Bundesfamilienministerium geförderten Projekt gern dabei bleiben. "Unsere begonnenen Prozesse sind keine, die in ein, zwei Jahren abgearbeitet sind", sagt Schmidt.

Über die DWK lief im Juli auch die große Bürgerumfrage, die ergründen wollte, was die Adorfer von ihrer Stadt halten und wo sie Handlungsbedarf sehen. Auf die Ergebnisse will sich Adorf stützen, wenn es um künftige Vorhaben und Schwerpunkte gibt. Die Ergebnisse haben Soziologe Klaus Zeitler, den Projektberater der Adorfer, mehrfach überrascht, sagte er am Montag. Der Stadtrat hatte zur Auswertung extra eine Sondersitzung angesetzt, auch 15 Bürger waren dabei. Von den 4100 verschickten Fragebögen kamen 1206 ausgefüllt zurück. Für Zeitler, der solche Themen oft begleitet, sind knapp 30 Prozent Rücklauf ein sehr guter Wert. "Viele sind mit zehn bis 20 Prozent zufrieden."

Die drei von Bürgern am wichtigsten eingestuften Themen der Umfrage sind medizinische Versorgung sichern, Arbeitsplätze schaffen und erhalten - und die öffentliche Sicherheit. "Das ist für mich das erste Mal, dass das so weit vorn gelandet ist. Das hätte ich nicht erwartet", gab Zeitler zu - zuvor hatte er am Infomobil der Polizei auf dem Markt erfahren, dass dies durch viele Einbrüche und Diebstähle in Adorf und Ortsteilen ein Thema ist, das viele Bürger umtreibt. Umgekehrt rangiert in der Umfrage die Möglichkeit, sich an der Stadtentwicklung zu beteiligen, als "weniger wichtig" unter ferner liefen. "In Bayern ist das regelmäßig auf Platz 1", so Zeitler.

Zu denken gibt ihn die Aussage, dass 90 Prozent der Befragten sagten, sie wüssten gar nicht oder nur teils Bescheid, welche Ausbildungsplätze es in Adorf gibt. Gestutzt hat Zeitler bei der Aussage, dass fast ein Drittel der Umfrageteilnehmer das Kulturangebot in Adorf als "nicht vielfältig" einstufen. "Dabei gibt es hier in Adorf zehnmal mehr als bei uns", räumt der Bayer ein. Am meisten gefreut hat sich Zeitler über den Wert, dass sich 267 Umfrageteilnehmer vorstellen können, sich erstmals ehrenamtlich zu engagieren. "Das ist ein Schatz, den es zu heben gilt."

Die Umfrageergebnisse werden in Kürze auf der Stadthomepage veröffentlicht.www.adorf-vogtland.de

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