Adorfer Vermieter ersteigert Wolfsschlucht

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Nächster Coup der Kleinstadt: Bürgermeister und Wohnungsbauchef haben bei einer wichtigen Immobilie zugeschlagen. Was wird nun mit dem Haus?

Adorf.

Es ist eines der großen Sorgenkinder von Adorf: Die Wolfsschlucht, direkt am Markt gelegen und sich in langer Front die angrenzende Mittelstraße entlangziehend. Seit dieser Woche ist das ebenso verfallende wie markante Gebäude in kommunalem Besitz. Darauf hatte Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) lange hingearbeitet und juristische Möglichkeiten ausgeschöpft. Nicht zum ersten Mal gelang der Stadt, Einfluss auf das Schicksal von Immobilien zu nehmen, die wichtig für Adorfs Entwicklung sind - ebenso wie bei der Ambulanz, der Freiberger Straße 6 oder, wenn auch anders gelagert, Gebäudeabrissen. Der kommunale Vermieter, die Wohnungsgesellschaft Adorf, hat die Wolfsschlucht bei der Zwangsversteigerung in Zwickau ersteigert. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, so Schmidt auf Anfrage der "Freien Presse".

Der Vermieter will die frühere Gaststätte, in der sich zuletzt bis vor gut 17 Jahren noch ein Taschenladen befand, aber nicht behalten. Sie sucht intensiv einen Investor, der das Gebäude mit Konzept saniert, ausbaut und nutzt. Vorstellbar wären sowohl ein Hostel, Wohnungen, aber auch eine Gewerbenutzung, so Kay Burmeister, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft. Er hätte am liebsten bis Ende 2021 eine Lösung gefunden. "Das ist sehr sportlich, ich weiß", räumt er ein. Indes bestehe am Haus erheblicher Handlungsbedarf. Das Problem ist nicht die Straßenseite, sondern der rückwärtige Bereich Richtung Mittelstraße. Hier droht infolge fehlender Dachrinne ein großes Problem mit einer Wand - das Dach selbst sei okay, zwei kleine Einregnungen nur, so Stadtbaumeister Mario Beine. "Es ist fünf vor zwölf", sagt Burmeister. Ideen, das Haus zu nutzen, waren im studentischen Leerstandsprojekt "Bewohnt einfach anders" mit der TU München entwickelt worden. Die Entwürfe sollen nun an Schaufenstern des Hauses präsentiert werden.

Mit dem Zugriff zur Zwangsversteigerung wollte die Stadt verhindern, dass die Wolfsschlucht einem Gebäudespekulanten in die Hände fällt, der nichts am Haus tut und es weiter verkommen lässt. "Es gab mehrere Interessenten, aber wir waren der einzige Bieter", so Schmidt. Nachdem der Eigentümer des denkmalgeschützten Hauses sich laut Stadt nicht um den Zustand kümmerte und Steuerschulden hatte, hatte die Stadt das Zwangsversteigerungsverfahren eingeleitet, um Zugriff auf die Immobilie zu erlangen.

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22 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    Lesemuffel
    27.02.2021

    Na, hoffentlich geht das nicht so, wie in Hohenstein-Ernstthal aus. Aber vielleicht ist Adorf nicht genauso reich?

  • 2
    1
    Bobby2016
    27.02.2021

    Und wieder ein Projekt in dem die Wohnungsbaugesellschaft Adorf mit drin hängt. Die haben genug Baustellen in dem vergessenen Neubaublöcken. Schimmel in den Wohnungen Kaputte Eingänge nicht schließende Haustüren. Ja sogar einen ganzen Aufgang der seit 11 Jahren leer steht und verkommt. Wäre es nicht wichtig da anzufangen .Es gibt Mieter die wohnen noch wie in DDR Zeiten ohne eine Fliese im Bad.