Adorfer ziehen fürs Stadtfest mit

Das Stadt- und Gewerbefest lockte am Samstag viele Besucher an. Damit die Party gelingen konnte, packten viele Helfer an. Stellvertretend für alle Aktiven stellt die "Freie Presse" fünf Menschen vor. Was treibt sie an?

Adorf.

Gute Laune, herrliches Wetter, tolles Programm: Das Adorfer Stadtfest ließ kaum Wünsche offen. Ohne fleißige Helfer geht jedoch nichts.

Der Neue: Michael Schneider. Er war schon ein wenig aufgeregt, dass alles gut über die Bühne geht. Bei seiner Premiere sozusagen, denn als neuer Vorsitzender des Gewerbevereins ging er bei der Organisation vorweg. Wichtig für ihn ist: "Wir Gewerbetreibende halten zusammen und das muss auch künftig so bleiben. Ich finde es gut, dass so viele bei der Vorbereitung mitgemacht oder zum Fest ihre Läden geöffnet haben. Einige haben das von sich aus gemacht und andere sprachen wir daraufhin an." Für den Gewerbeverein ist das Stadtfest der jährliche Höhepunkt. Bildhafter Ausdruck der Gemeinschaft ist die von ihm ins Leben gerufene Aktion "Alle ziehen an einem Strang". Der Gewerbeverein zählt zurzeit 36 Mitglieder. Michael Schneider: "Erst neulich haben sich uns zwei Gewerbetreibende angeschlossen."

Die stille Helferin: Karin Hofmann. Sie gehört zur Adorfer Freiwilligen Feuerwehr, obwohl sie noch nie zu einem Einsatz ausgerückt ist. "Zu DDR-Zeiten war ich schon in der Frauengruppe und seit 1990 bin ich Mitglied im Feuerwehrverein." Die Adorferin gehört zu jener Schar der Heinzelmännchen und -frauen, die auch beim Stadt- und Gewerbefest im Hintergrund aktiv sind, deren Fehlen erst auffallen würde, wenn etwas fehlen würde. Die Kameraden sind beim Tag der offenen Tür unter anderem für die Technikvorführungen und den Ausschank zuständig, die Frauen - und also auch Karin Hofmann - für die gastronomische Betreuung und deren Nachbereitung. Irgendwoher müssen die vielen Kuchen schließlich kommen, gebacken von den Frauen. Irgendwer muss zwischendurch und nach dem Fest schließlich aufwaschen. Karin Hofmann macht das gerne, "aus Spaß an der Freude und weil es wichtig ist", wie sie sagt. Deshalb nahm sie sich für den Samstag nichts anderes vor. Das Fest hatte Vorrang.

Der Dauerläufer: Steffen Dietz. Er müsste sich mal einen Schrittzähler anlegen. Warum? Weil etliche Kilometer zusammenkommen, wenn der Museumsleiter im Herbst und Frühling bei der Pflanzenbörse unterwegs ist, um nachzuschauen oder dafür zu sorgen, dass alles flutscht im Botanischen Garten, oder um Stammbesucher persönlich zu begrüßen. "Manchmal sind es nur ein paar Kleinigkeiten: eine Sicherung fliegt raus und muss erneuert werden oder ein Gast fragt, ob denn auch dieses Jahr wieder ein bestimmter Händler seinen Stand aufgebaut hat." Gestern waren es 19 aus Berlin, Thüringen, Bayern, Sachsen und auch Tschechien, bei denen sich Gartenfreunde mit neuen Pflanzen, Stauden und Sukkulenten versorgen konnten. Dass die Herbstpflanzenbörse seit nunmehr anderthalb Jahrzehnten zum Programm des Adorfer Stadt- und Gewerbefestes gehört und sich großer Beliebtheit erfreut, ist auch dem Förderverein des Botanischen Gartens zu danken. Steffen Dietz: "Ohne die Unterstützung der Mitglieder, vor allem bei der gastronomischen Versorgung, wäre vieles nicht zu schaffen."

Der Künstler: Jürgen Waldmann. Er eröffnete 2013 seine Galerie in der Schulstraße. Meistens kann man sich nur nach Voranmeldung die ausschließlich in Öl gemalten und abstrakten wie figürlichen Werke anschauen, aber zum Stadtfest und zum Weihnachtsmarkt auf jeden Fall. "Das stößt immer auf ein großes Interesse. Die am häufigsten gestellte Frage ist meistens, wie die Bilder entstanden sind." Schon zu DDR-Zeiten griff Jürgen Waldmann zu Leinwand, Pinsel und Farben, machte zwischenzeitlich Pause und übte sein Hobby erst nach der Wende wieder verstärkt aus und war mit Ausstellungen im Ratssaal und im Schützenhaus präsent.

Die Kulturfrau: Beate Geipel. Sie ist die Kulturfrau von Adorf. Bei ihr im Rathaus laufen alle Fäden zusammen - und das seit 2002. "Spätestens im Januar beginnen wir mit der Vorbereitung auf das nächste Stadt- und Gewerbefest. Das Grobkonzept wird ausgearbeitet, Termine müssen abgesprochen und Verträge geschlossen werden. Das ist viel Arbeit, die im Hintergrund passiert." Beate Geipel ist auch persönlich stolz darauf, dass die Zusammenarbeit mit den Vereinen gut funktioniert. Und wenn sich die Besucher am Samstag an den schönen Dekorationen beispielsweise im Festzelt erfreut haben - dafür sorgten die Kinder des Hortes und angeregt wurde das einst von Beate Geipel.


Alle ziehen an einem Strang: Schnauzerclub II gewinnt

Ein Höhepunkt war der Wettbewerb "Alle ziehen an einem Strang". Mit dem Kleintierzüchterverein, dem Team Freiwild, dem Alpenverein und dem gleich doppelt aufgestellten Schnauzerclub beteiligten sich sechs Mannschaften an dem Gaudi-Muskelvergleich, bei dem ein knapp acht Tonnen schweren Laster per Seil 20 Meter weit zu ziehen war.

Dass unter großem Jubel der Schnauzerclub II gewann und die Kleintierzüchter als heimliche Favoriten und den Schnauzerclub I in die Schranken wies, war erst in zweiter Linie wichtig. Wichtiger: Das Motto wurde mit Leben erfüllt. (eso)

Mit 265,26 Kilometern hat Adorf beim 13. Städtewettbewerb von Envia M und Mitgas vorerst den 4. Platz erreicht. Insgesamt gingen 214 Teilnehmer an den Start, darunter 108 Kinder, die 132,71 Kilometer erradelten.

Die Gewinner stehen am 3. Oktober fest. Sicher ist, dass mindestens vier Euro pro Kilometer sowie 300 Euro aus dem Energie-Quiz an den Adorfer Carneval-Verein gehen. (tb)

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