Alexanders Familie braucht einen Autolift

Schule, Arzt, Schwimmbad: Ohne Autofahren wäre der schwerstbehinderte junge Plauener von all dem abgeschnitten. Seine Eltern haben alles versucht - und hoffen nun auf eine letzte Chance.

Plauen.

Auf Alexanders Oberlippe sprießen Bartstoppeln. Doch der 17-Jährige trägt Windeln. Alexanders Arm schlägt aus, als frischer Kaffee seinen Duft verbreitet. Doch der Jugendliche hat eine Magensonde. Kein Kaffee für Alexander. "Wir wissen nicht, wie viel er sieht, hört und versteht", sagt seine Mutter, Kerstin Grund. Sanft tupft sie ihrem Sohn, der stumm neben ihr im Rollstuhl sitzt, das Kinn ab - eine von vielen liebevollen kleinen Gesten. Eine ähnliche Unterstützung, nur in Form von Spenden vieler Plauener, wäre das Größte für die Familie - ganz gleich, wie klein die einzelne Gabe ausfällt.

Die "Freie Presse"-Aktion "Leser helfen" ist ihre letzte Hoffnung, seufzt die 52-Jährige: "Wir haben Stiftung über Stiftung angefragt. Aber eine Absage nach der anderen bekommen." Doch die Familie will nichts unversucht lassen, ihr Auto umbauen zu lassen, damit Alexander weiter mitfahren kann. Sonst kann er weder behandelt werden noch an der Welt teilnehmen. Zum Beispiel zur Logopädie fahren. "Oder ins Schwimmbad, da üben wir im Wasser das Ausbalancieren", erzählt sein Vater, Rainer (55). "Seitdem hat sich seine Kopfhaltung verbessert." Er hebt seinen Jüngsten meist ins Auto. 35 Kilo wiegt er - doch nach einer kürzlichen Schulter-Operation ist das für den Vater eine schwere Last.

Ein Autolift und ein Spezialsitz für eine Begleitperson, die während der Fahrt auf Alexander aufpasst, damit er sich bei spastischen Anfällen nicht verletzt - das wäre eine Riesenhilfe für die Familie. Ihr ganzes Leben wurde nach Alexanders Geburt auf den Kopf gestellt. "Er wurde per Not-Kaiserschnitt zu früh geboren", erinnert sich Kerstin Grund. Die Lunge des Winzlings arbeitete noch nicht richtig. "Jedes Mal, wenn ich ihn hochgenommen habe, musste ich aufpassen, dass die Schläuche in dem kleinen Körper nicht verrutschen", sagt ihr Mann. Nach drei Tagen löste ein plötzlicher Atem-Aussetzer des Babys eine Hirnblutung aus. Dadurch, schildert der 55-Jährige, seien viele Areale in dem Mini-Gehirn kaputtgegangen. Die Folge: eine tief greifende Entwicklungsstörung. Doch keiner der Grunds, ob groß oder klein, gab auf. "Er ist ein Kämpfer", sagt der Vater.

Auch seine Eltern kämpfen für ihn. Ob ihr Junior nachts um halb drei Medizin und etwas zu trinken braucht. Ob er bis morgens um 7.15 Uhr gewaschen, gewickelt und angezogen sein muss, wenn die Schule ruft. Ob seine Mutter mit ihm am Nachmittag Gymnastik macht. Oder ob sie einen Klinik-Aufenthalt bewilligt bekommen. Morbus Crohn, Epilepsie, Spastiken und heftige Tabletten, die Brechreiz auslösen - die Liste all dessen, was dem 17-Jährigen zu schaffen macht, ist lang. "Zurzeit hat er verstärkt Anfälle", sorgt sich die zierliche Mutter von drei Kindern.

Umso wichtiger ist es für die Familie, dass sie mit Alexander jederzeit im Auto überall dorthin fahren können, wo es nötig ist. Doch ohne "Leser helfen"-Spenden wird das kaum möglich sein.

Spenden für Alexander richten Sie bitte an folgendes Konto: IBAN DE47 8709 6214 0224 4224 40,, BIC GENODEF1CH1. Inhaber: Verein Leser helfen e. V. Ein digitales Spendenformular und ein "Leser helfen"-Special sind online zu finden: www.freiepresse.de/leserhelfen

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...