Alter Glanz, neue Heizung: Kirche Schönberg schön wie nie

Vom Sorgenkind zum Kleinod: Ein Dreivierteljahr hat die Innensanierung der Marienkirche Schönberg gedauert. Mit einem Gottesdienst wurde sie wieder eingeweiht.

Schönberg.

Ein scharfer und kalter Wind aus dem Böhmischen pfiff am Sonntag um die Marienkirche von Schönberg. Wer allerdings das Gotteshaus betrat und dies ein Dreivierteljahr nicht getan hatte, dem wurde von einer Sekunde auf die andere warm ums Herz: Alles war kaum wiederzuerkennen.

In den vergangenen Wochen und Monaten legten vor allem Firmen aus der Region Hand an, um das Innere der Marienkirche zu sanieren. Was auf den ersten Blick ins Auge fiel: Die Kirche ist kein Sorgenkind mehr, sondern wieder ein Kleinod sakraler Architektur. Pfarrer Dieter Zimmer ist stolz darauf, dass der Innenraum im originalen Farbton von 1911, dem Baujahr der Marienkirche, versehen ist und nicht in einem helleren, wie es bisher der Fall war: "Das trifft auch auf die Türen und die Kronleuchter zu - alles erstrahlt wieder in altem Glanz. Außerdem wurde eine neue Heizung eingebaut und der Holzboden musste komplett erneuert werden." Die Kosten für die Innensanierung beziffert Pfarrer Dieter Zimmer auf 250.000 Euro. Aus dem Leader-Programm der Europäischen Union stammen 100.000 Euro, 110.000 Euro von der Landeskirche und 40.000 Euro aus Spenden der Kirchgemeinde.

Die Geschichte von Schönberg und seiner Kirche ist sehr wechselvoll. 1261 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Die erste erbaute kleine Dorfkirche brannte 1466 ab. Eine zweite wurde vom damaligen Kirchenpatron Joseph von Reitzenstein 1582 vollkommen umgebaut. Den Altar baute 1707 der Schönbacher Matthäus Schnabel für 45 Gulden. Der Maler Hofreither aus Eger brachte für 110 Gulden die Verzierung an. Am 17. September 1911 wurde die neue evangelisch-lutherische Marienkirche eingeweiht. 1960 konnte sie dank Spenden und unter Mitwirkung von Gemeindemitgliedern renoviert werden. Die Gesamtkosten betrugen seinerzeit 12.000 Mark. Der Altar und die Kanzel konnten 1965 für 9000 Mark restauriert und neu vergoldet werden.

In der heutigen Kirche befinden sich noch zahlreiche Grabplatten aus der alten Kirche und von Mitglieder der Familie von Reitzenstein. Vor zehn Jahren wurden sie mit Fördermitteln des Vogtlandkreises und einer Spende von Nachfahren derer von Reitzenstein restauriert. Die älteste erhaltene Grabplatte erinnert an den katholischen Priester Nicolaus Seidler, der 1485 verstarb.

Während seiner Amtszeit, im Jahre 1468, wurde die mittlere Glocke gegossen. Sie rief über 500 Jahre die Gemeinde zu Gottes Wort und Gebet, ist jedoch seit einiger Zeit stillgelegt. Am 13. September 1964 wurden eine große Sterbeglocke mit der Aufschrift "Ich bin die Auferstehung und das Leben" und eine kleine Taufglocke mit der Aufschrift "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" geweiht.

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