Amtsblatt stellt kleine Verwaltung vor große Aufgabe

Bad Brambachs Bürgermeister sieht keine Kapazitäten im Rathaus - FDP-Gemeinderat legt Rechenmodell vor

Bad Brambach.

In der Debatte um die Einführung eines Amtsblatts für Bad Brambach hat FDP-Gemeinderat Torsten Schnurre ein Modell vorgeschlagen, das die Gemeindezeitung über Anzeigen finanziert. Er hat für Druck und Vertrieb Kosten von 5800 Euro im Jahr ermittelt. Grundlage: Das Blatt im Format A 5 erscheint mit 20 Seiten in einer Auflage von 1500 Exemplaren zehnmal im Jahr. "Ich sehe es von der Kostenstruktur für sinnvoll", so Schnurre.

Nicht jeder am Ratstisch des Kurortes teilt diese Ansicht. "Die Finanzierung sehe ich nicht so einfach. Die Staatsbäder machen ihr eigenes Heft", gab Mathias Otto (Zukunft für Bad Brambach) zu bedenken - und kleinere Firmen "wären kaum dazu bereit", die aufgerufenen Anzeigensummen zu zahlen, schätzt er ein. "Wir haben doch gar nicht mit ihnen geredet", will Schnurre die Flinte nicht gleich ins Korn werfen. Vizebürgermeister Ronny Trapp (Freie Wähler) hat das Thema Amtsblatt mit vier, fünf Firmen besprochen. Alle seien für dieses Informationsmedium, sagte er. Anders sieht es die Bad Brambacherin Gudrun Weihmann. Persönlich brauche sie so ein Blatt nicht, sagte sie. Es gebe Presseveröffentlichungen, Aushänge, sie könne zur Sprechstunde des Bürgermeisters oder zur öffentlichen Ratssitzung gehen -für sie ausreichend.

Beim Thema Redaktion des Blattes hakt es: "Wir haben niemanden, der das machen kann", räumt Bürgermeister Maik Schüller (parteilos) ein. "Sonst hätten wir das schon längst gemacht", ergänzt Kämmerin Constanze Wünsche. Dem Amtsblatt kann sie einiges abgewinnen - die Gemeinde könnte sich von ihrer komplizierten Bekanntmachungssatzung mit Aushängen und Presseanzeigen verabschieden. Das Thema erst mal setzen lassen, riet Schüller.

Schnurres Vorschlag geht davon aus, dass jede Ausgabe 315 Euro für Druck und 260 Euro für Postversand an die 996 Haushalte des Kurortes kostet. Das Heft soll zudem kostenlos in Klinik, Staatsbad oder Drogerie ausliegen. Fünf Seiten Werbung pro 20-Seiten-Heft würden laut Schnurre reichen, damit es für die Gemeinde kostenneutral ist. (hagr)


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