Auerbach kauft den Carlsturm - Sanierung noch in weiter Ferne

Die Stadt will das markante Bauwerk samt Umfeld aufmöbeln. Unter Regie des Waldparks ist der Turm zugewachsen.

Bad Reiboldsgrün.

Der Waldpark Grünheide hat den Carlsturm für knapp 3000 Euro an die Stadt Auerbach verkauft. "Wir wollen uns auf unsere Geschäfte konzentrieren. Außerdem ist es für die Stadt einfacher, Fördermittel für die Sanierung des Turms zu bekommen", sagt Waldpark-Geschäftsführer Joachim Otto. Erworben hatte der Waldpark das Bauwerk in den 1990er Jahren.

Trotzdem will sich die Kinder- und Jugendeinrichtung weiter darum kümmern, wenn Kleinigkeiten anfallen. Aber die Betreibung des markanten Turms als touristische Einrichtung würde die Einrichtung nach Ansicht Ottos überfordern. "Außerdem müssten am Turm Bäume gefällt oder gekappt werden. Man sieht vom Turm aus nichts mehr." Dazu soll es einen Flächentausch zwischen der Stadt Auerbach und dem Sachsenforst geben.

Der ist bereits vollzogen, sagt Patrick Zschiesche, Fachbereichsleiter Bau. "Damit der Turm wieder attraktiv wird, lassen wir die Sichtachsen freischneiden. Das passiert aber erst, wenn der Turm hergerichtet wird." Wann das geschieht, ist laut Zschiesche offen. Abhängig ist es unter anderem davon, wann über das Förderprogramm für den ländlichen Raum Leader Geld fließt. Auch die Stadt plant dafür Geld im Haushalt ein. Bei den Auerbacher Fördermittelanträgen spricht Zschiesche von einer Wunschliste, weil er weiß, dass nicht für alle Projekte Geld fließen wird. Das ist auch Udo Löschner klar. Der Ortschaftsratsvorsitzende von Schnarrtanne ist froh, dass die Stadt Geld für den Ortsteil einplant. Der Ortschaftsrat möchte aber darüber beraten, wofür es ausgegeben wird. Denn auf der Prioritätenliste stehen neben dem Turm noch Projekte wie der Bau eines Wanderparkplatzes. Löschner freut sich, dass der Waldpark die im Frühling gegebene Zusage zum Verkauf des Turms eingelöst hat. Er kann sich vorstellen, dass das Bauwerk "mit einem wunderschönen Ausblick ins Vogtland" ein wichtiger Bestandteil des Fremdenverkehrs im Ort wird.

Weil am Turm lange nichts passiert ist, sind Reparaturen nötig. Patrick Zschiesche zählt das Erneuern von Dach, Fenstern und Fassade auf. Daneben sollen Zonen zum Verweilen entstehen, auf denen Bänke aufgestellt werden. Zum Konzept gehört das Anlegen eines Rundweges.


Türme der Region Auerbach

Der Auerbacher Schlossturm ist der älteste von fünf Türmen rund um die Stadt. Die Weihe nach dem Wiederaufbau fand am 30. August 1850 statt. Der Turm ist 43 Meter hoch.

1880 wurde der Carlsturm auf Initiative des Kurarztes Carl Driver errichtet, von dem auch der Name stammt. Gebaut wurde der 22Meter hohe Turm aus Ziegeln und Naturstein.

Am 22. Juli 1894 weihte man den Aussichtsturm auf dem Steinberg ein. Der 20 Meter hohe Turm ist gemauert und besitzt eine hölzerne Haube.

Als Aussichtsturm wurde das Bauwerk im Treuener Ortsteil Perlas 1907 errichtet. Der 17,50 Meter hohe Turm wurde aus Natursteinen gebaut.

Der Wasserturm von Rebesgrün feierte dieses Jahr sein 90-jähriges Bestehen. Das Bauwerk mit einem Stahlbetonskelett wurde 1926 zur Wasserversorgung des Ortes errichtet. (lh)

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