Auftrieb für stärkste Radonquelle der Welt

Mit dem Bau eines neuen Therapiegebäudes für Anwendungen mit Radon wollen die Sächsischen Staatsbäder die Zukunft von Bad Brambach sichern. Wie die Pläne im Detail aussehen.

Bad Brambach.

Der Freistaat Sachsen will Bad Brambach zum führenden Heilbad für Radonanwendungen in Europa entwickeln. Dieses Ziel gab Sachsens Finanzminister Matthias Haß (CDU) am gestrigen Freitag bei der Vorstellung eines Großprojektes im vogtländischen Kurort aus. 13,6 Millionen Euro will das Land über seine Tochter, die Sächsische Staatsbäder GmbH, in den nächsten beiden Jahren in Bad Brambach investieren.

Die natürlichen Voraussetzungen dafür sind im oberen Vogtland mehr als gut. Mit der Wettinquelle verfügt Bad Brambach über die stärkste Radonquelle der Welt. Im Wettbewerb steht der Freistaat europaweit mit 13 Radonheilbädern, darunter acht in Deutschland. Mit der stärkeren Fokussierung auf das Thema Radon, mit dem vor allem Schmerzpatienten angesprochen werden, soll Bad Brambach zudem ein eigenständigeres Profi erhalten. Finanzminister Matthias Haß hofft, dass der Ort aus dem Schatten des benachbarten Bad Elster treten kann, in dem der Freistaat zuvor einen zweistelligen Millionenbetrag in die Soletherme investiert hatte. Bad Elster befindet sich seitdem in einem nachhaltigen Aufschwung. Eine ähnliche "Initialzündung für die Tourismus- und Gesundheitswirtschaft", so Haß, erhofft sich der Freistaat auch in Bad Brambach.

Christoph Ulrich

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Kern der Großinvestition ist der Neubau eines Therapiegebäudes, mit dem die Kapazität der Anwendungen verdoppelt werden kann. Geplant sind dort Bereiche für Wannenbäder, Inhalation und Massagen. Zuletzt verzeichneten die Sächsischen Staatsbäder eine steigende Nachfrage auf diesem Gebiet. "Zwischen 2010 und 2018 hat sich die Anzahl der Radonanwendungen in Bad Brambach verdoppelt", sagte Gernot Ressler, Geschäftsführer der Sächsischen Staatsbäder. In den stark frequentierten Kernzeiten sei die Kapazitätsgrenze erreicht.

Der Neubau soll Ende des Jahres 2020 fertig sein. Er wird mit dem fast 20 Jahre alten Therapie- und Wohlfühlzentrum samt Badelandschaft verbunden. Auch dieser Gebäudeteil erfährt eine grundlegende Aufwertung. Er wird in weiten Teil renoviert und neu strukturiert, die Bade- und Saunalandschaft im kommenden Jahr saniert.

Bad Brambach verfügt über insgesamt sechs Quellen, wobei die 1910 entdeckte Wettinquelle die stärkste ist. 1912 begann in Bad Brambach der Kurbetrieb. Mit 127.500 Übernachtungen ist Bad Brambach nach Bad Elster und Schöneck die Nummer drei unter den Tourismus-Orten im Vogtland.

Das natürliche Heilmittel Radon wird vor allem von Schmerzpatienten in Anspruch genommen. Zum Einsatz kommt es vor allem bei Erkrankungen des Bewegungsapparates und chronischen Schmerzzuständen, unter anderem Rheuma, Arthrosen, Osteoporose sowie Sport- und Unfallverletzungen.

Radon als Heilmittel wird in Sachsen neben Bad Brambach auch in Bad Schlema eingesetzt. Vertreter auf tschechischer Seite des Erzgebirges ist Jáchymov.

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