B 92: Noch vier Wochen bis Vollsperrung

Fast zwei Jahre wird die Egerstraße in Oelsnitz zur Großbaustelle. Was wann geplant ist, erklärten die Verantwortlichen jetzt bei einem Bürgerforum.

Oelsnitz.

Ab 10. Februar wird die wichtigste Verkehrsader im oberen Vogtland für fast zwei Jahre voll gesperrt: Die B 92 wird in Oelsnitz zur Großbaustelle. Kaum ein Platz blieb am Montagabend frei, als es dazu Informationen für die Bürger gab. Im Sprach- und Kommunikationszentrum des Julius-Mosen-Gymnasiums Oelsnitz standen vor allem Frank Petzoldt (Plauener Niederlassungsleiter des Landesamts für Straßenbau und Verkehr) sowie Frank Lehmann (Niederlassungsleiter der bauausführenden Firma Streicher) Rede und Antwort. "Freie Presse" fasst die Aussagen des Forums zusammen.

Gebaut wird ein knapp 1,8 Kilometer langer Abschnitt der Egerstraße in Oelsnitz zwischen Kreuzung Bäckerei Wunderlich und Tanzermühle/Abzweig Schöneck. Die Arbeiten sind seit fast anderthalb Jahrzehnten Thema. Die ersten Maßnahmen liefen seit 2016: Der Bau einer neuen Brücke über den Görnitzbach (Ortsausgang Oelsnitz Richtung Adorf), Geh-/Radwege, der Bau von Ortsdurchfahrt/Fußweg Süßebach sowie Vorarbeiten an Umleitungsstrecken kosteten bisher 2,85 Millionen Euro.

Acht Millionen Euro soll der Gemeinschaftsbau von Bund, Stadt, Abwasserzweckverband und Stadtwerken Oelsnitz kosten. Die Straße wird gebaut, eine Linksabbiegespur zum Görnitzer Weg angelegt, kaputte Stützmauern ersetzt, die Entwässerung komplett erneuert, drei Regenrückhalte- und -klärbecken werden gebaut. Ein 1,75 Meter breiter Radweg entsteht, Fußsteig und Bushaltestellen werden erneuert, eine stationäre Ampel am Abzweig Görnitzer Weg gebaut. Es gibt neue Gas-, Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen, ein neues Straßenlicht - und es kommen Breitbandkabel für schnelleres Internet in die Erde.

Bauzeit ist von Februar 2020 bis Ende November 2021. Der erste Bauabschnitt (Tanzermühle bis Görnitzer Weg) soll bis November 2020 dauern, der zweite Abschnitt (Görnitzer Weg bis Kreuzung Bäckerei Wunderlich) von Frühjahr bis November 2021. Von April bis Mitte Mai 2021 und im Oktober 2021 ist die B 92 aus Richtung Stadt halbseitig per Ampelregelung befahrbar.

Start der Vollsperrung der B 92 ist der 10. Februar. Drei Wochen bis Ende Februar werden Bäume gerodet.

Ab 2. März werden der Knoten Tanzermühle halbseitig und die Umfahrung für den Knoten Görnitzer Weg gebaut. Die Böschung unterhalb der Dr.-Fickert-Straße (Bauabschnitt 2) wird stark abgeflacht. Der eigentliche Bau im Abschnitt 1 startet am 6. April. Nach Abbruch und Tiefbau folgt das Verlegen neuer Kanäle und Leitungen, Straßenbau und Bau von Regenklärbecken.

Parallel wird 2020 auch im Abschnitt 2 zwischen Kreuzung Bäckerei Wunderlich und Ex-Wetzsteinbrauerei gebaut: Zur Straße Letzter Heller entsteht eine 220 Meter lange Stützwand, die bestehende Wand aus Steinkörben an der B 92 in Richtung Adorf links wird verlängert, die anschließende, zuvor abgeflachte Böschung mit einem Netz gesichert. Teils wird mit Ampelregelung gearbeitet. 2021 folgt der Bau ab Kreuzung Bäckerei Wunderlich bis Görnitzer Weg. Der Letzte Heller wird aus Richtung Stadt zur Sackgasse.

Die Umleitung ist in Oelsnitz ab B 92/Abzweig Hofer Straße über Lauterbach, Süßebach, Obereichigt zur B 92/Abzweig Umgehung Freiberg ausgeschildert. Eine zweite Umleitung von Oelsnitz Richtung Schöneck ist über Tirpersdorf, Kottengrün und Werda ausgewiesen. Auf der A 72 stehen an der Abfahrt Plauen-Süd Hinweistafeln, dass die Ortsdurchfahrt Oelsnitz gesperrt ist. Das soll Laster auf der Autobahn halten. Die Verkehrszählung 2015 ergab im Baubereich Egerstraße 11.360 Fahrzeuge am Tag, davon 780 Schwerlaster. Davon rollen etwa 3000 täglich über die Grenze bei Schönberg.

Vom 2. März bis 5. April wird im Schatten der Vollsperrung in Oelsnitz die Fahrbahndecke der B 92 zwischen Elstertal und Abzweig Leubetha unter Vollsperrung saniert. Von Anfang März bis Mitte April 2021 folgt die Deckensanierung zwischen Elstertal und Ortseingang Oelsnitz.

Fragen von Anliegern und weiteren Betroffenen zum B 92-Bau sowie Antworten der Verantwortlichen greift "Freie Presse" in weiteren Beiträgen in den nächsten Tagen auf.


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