Bad Elster feiert seine große Geschichte

Mit Festakt und Festkonzert hat der Kurort 200 Jahre Gesundheitstradition und 170 Jahre Staatsbad begangen. Dabei rückte ein weiteres musikalisches Jubeldatum ins Blickfeld.

Bad Elster.

Fulminanter Festspiel- und Spielzeitauftakt am Freitag in Bad Elster. Gefeiert wurde nicht nur das Elsteraner Jubel-Jahr, sondern auch ein Mann, dem die Stadt einen Teil ihrer großen Musik- und Kulturtradition zu verdanken hat: Christoph Wolfgang Hilf, von 1851 bis 1892 Königlicher Kapellmeister in Bad Elster. Er wurde am 6. September 1818 geboren - also vor genau 200 Jahren. Ihm zu Ehren spielte die Chursächsische Philharmonie seine Werke. Besonderes Bonbon: Ein echter Hilf wirkte im Orchester mit.

Andreas Hilf (42), ein Nachfahre des Gründers der Badekapelle, spielte seine Viola nach 25 Jahren wieder auf der Bühne des Theaters in Bad Elster. Florian Merz hatte ihn Anfang der 1990er Jahre für ein Konzert als Solist nach Bad Elster geholt. Damals galt er noch als junges Talent, gab eine Sonate von Händel. Heute spielt der Berufsmusiker im Philharmonischen Orchester des Landestheaters Coburg. Urahne Hilf spielt dort keine Rolle, gab er zu. Dafür in Bad Elster. Zu Unrecht stehe Hilf in der zweiten Reihe hinter einem Schumann oder Mendelssohn, betonte Merz vor dem Konzert. Zum 200. Geburtstag des Musikers, der sich mit Haut und Haar und 40 Jahren seines Lebens dem Wirken in Bad Elster verschrieben hatte, sollte sich das ändern. Marsch-Fantasie, eine Ouvertüre im italienischen Stil und Symphonie C-Dur standen auf dem Programm. Die Proben waren fordernd für Orchester und Leiter. Noten mussten erst transkribiert, teilweise entschlüsselt und erarbeitet werden. "Ich bin schon froh, dass ich diesmal nicht als Solist auf der Bühne stehe, sondern im Orchester ganz angstfrei musizieren kann", sagte Andreas Hilf dem Publikum des Einführungsvortrags.

Der Part des Solos lag diesmal bei Ausnahme-Geiger Elin Kolev aus Zwickau. Der 21-Jährige berichtete, dass er die Arbeit in Bad Elster stets als Bereicherung empfindet. Brahms etwa spielt er seit seinem Debüt im König-Albert-Theater vor drei Jahren "ganz zärtlich und nicht fleischig", lässt die gefühlvolle Seite der Musik des Komponisten zu. Diesmal stand Louis Spohr auf dem Programm - ein Freund und Mentor von Hilf. Kolev jedenfalls, spielte seine Violine durch das Konzert Nr. 8 mit fesselnder Leichtigkeit und Virtuosität, dem Wunderkind und allen Erwartungen entwachsen. Es war eine Freude, die auf Orchester und Publikum übersprang.

Als Zugabe gab es noch einmal Hilf: Den Begrüßungsmarsch für Prinzessin Carola von Sachsen. Das Publikum nahm es mit Schmunzeln, aber dankbar auf. Anhaltender Applaus entließ die Musiker lange nicht, es gab auch Bravo-Rufe. Florian Merz wirkte befreit. Hilf und Spohr, es war auch ein Wagnis. Doch die Namen und auch die Musik trugen für das Eröffnungskonzert der neuen Spielzeit - und auch darüber hinaus.


Gesellschaftlicher Höhepunkt des Festjahres

Ein Festakt mit 160 geladenen Gästen am Freitagabend im Königlichen Kurhaus bildete den gesellschaftlichen Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Festrednerin des Abends war Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU).

Ehrungen für ihre Verdienste um die Entwicklung des Kurorts nahmen Landrat Rolf Keil (CDU), gleichzeitig Aufsichtsratsmitglied der Staatsbäder-Gesellschaft, Landtagsabgeordneter Andreas Heinz (CDU) und Hansjörg König als langjähriger Aufsichtratsvorsitzender der Staatsbäder entgegen. Geschäftsführer Gernot Ressler dankte zudem seinen Mitarbeitern für ihren Einsatz.

Ein Sport- und Gesundheitstag am 22. September soll das Festjahr auch noch einmal auf die Straße bringen. Dann wird ganz Bad Elster zur Sport-Meile mit überraschenden Angeboten. Viele Vereine aus dem gesamten Vogtland sind mit im Boot. Mehr dazu in unserer Dienstagsausgabe. (tb)

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