Bahnstrecke wird 145 Jahre alt

Am morgigen 15. November werden es 145 Jahre, dass die Eisenbahn von Chemnitz über Aue nach Adorf in Betrieb genommen wurde. Geblieben sind davon nur Teilstücke.

Schöneck/Adorf.

Am 15. November 1875 wurde der durchgehende Bahnverkehr von Chemnitz über Aue nach Adorf aufgenommen. Die Strecke bis Schöneck war bereits am 7. September für den Verkehr freigegeben worden.

Erst gut drei Jahre zuvor, am 2. Juli 1872, war die private Chemnitz-Aue-Adorfer Eisenbahn-Gesellschaft (CAAE) gegründet worden. Am 7. Dezember erhielt sie die Konzession zum Bau und Betrieb der Eisenbahnstrecke von Chemnitz über Aue und Schöneck nach Adorf.

Da sich die Stadt Markneukirchen mit damals sagenhaften 150.000 Reichsmark in die CAAE eingebracht hatte, wurde eine Streckenführung durch das Ebersbachtal gewählt, ursprünglich war das Eisenbachtal auf seiner ganzen Länge für die Streckenführung vorgesehen gewesen.

Dabei bedeutete die Fahrt von Adorf über Zwotental nach Schöneck für die Bahn Schwerstarbeit, denn die Steigung beträgt bis zu 26 Prozent. Adorf liegt 444 Meter über dem Meeresspiegel, das knapp zwölf Kilometer entfernte Zwotental dagegen 675 Meter. Von dort sind es noch einmal etwas mehr als fünf Kilometer bis Schöneck, das mit 768 Metern über den Meeresspiegel den höchstgelegenen Bahnhof Sachsens besaß.

Da schon im ersten Betriebsjahr die Erlöse hinter den Erwartungen zurückblieben, veräußerte die Gesellschaft ihre Bahn am 15. Juli 1876 an den sächsischen Staat.

Fast genau 100 Jahre war die Linie in Betrieb, dann wurde sie vom Bau der Talsperre Eibenstock unterbrochen. Am 27. September 1975 verkehrten letztmals durchgehende Reisezüge zwischen Chemnitz/ Karl-Marx-Stadt und Adorf.

Danach verkehrten Züge noch zwischen Chemnitz/Karl-Marx-Stadt und Blauenthal sowie zwischen Schönheide Ost und Adorf. Zum 1. Januar 1979 endete der Reisezugverkehr zwischen Schönheide Ost und Schönheide Süd, am 23. Mai 1982 folgte der gesamte Abschnitt bis Muldenberg. Güterzüge verkehrten noch bis 1998.

Am 6. Oktober 2007 nahm der Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen (FHWE) den 2,8 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Schönheide Süd und Rautenkranz mit dem Wernesgrüner Schienen-Express wieder in Betrieb. Seit dem 14. April 2008 fährt dieser bis Hammerbrücke. Das Projekt einer Anbindung an die Vogtlandbahn in Muldenberg kam nicht zustande.

Am 8. Dezember 2012 endete mit dem Fahrplanwechsel auch der planmäßige Reisezugverkehr zwischen Zwotental und Adorf, der zuletzt nur noch an Wochenenden aufrecht erhalten worden war. Am 1. Juli 2017 gründete sich in Schöneck der Förderverein Obervogtländische Eisenbahn (OVEB), der letztlich diesen Streckenabschnitt erhalten konnte.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.