Baustelle B 92: Informationen von Entsorgung bis Busverkehr

Viele Bürger nutzten die Gelegenheit, am Infotag bei den Verantwortlichen nachzuhaken. "Freie Presse" greift eine Reihe Fragen und Antworten auf.

Oelsnitz.

Die Arbeiten an der B 92 in Oelsnitz ab Februar werden "nahezu in fast zwei Schichten" stattfinden. Das erklärte Frank Petzoldt, der Plauener Niederlassungsleiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Nach seinen Worten wurde auch die von Bürgern nachgefragte Drei-Schicht-Variante geprüft. "Es ging darum, was schaffbar und was den Anliegern zumutbar ist. Ergebnis: Bei normalem Wetter soll das Tageslicht zum Bau weitestgehend ausgenutzt und flexibel reagiert werden. Die Bauzeit ist schon sehr knapp bemessen. Da bringen uns aus verschiedenen Gründen drei Schichten wenig", sagte Petzoldt.

Anwohner-Infos: Anwohner erhalten Handzettel mit Kontakten von Polier und Bauleiter sowie zu konkret anstehenden Arbeiten. Die bauausführende Firma Streicher rät, Kontakt zu ihr aufzunehmen, wenn Transporte für Firmen, Möbel oder Öl erwartet werden. Dann soll in Absprache eine Lösung für Erreichbarkeit zur konkretem Lieferzeit gesucht wurden. Das betrifft unter anderem Grabmalbetrieb und Gärtnerei am Beginn des Görnitzer Weges.

Anliegerverkehr: Dieser soll während des Baus aufrecht erhalten werden. Aber es werde Bereiche mit großen Härten geben, so Petzoldt. Stichwort: Walkmühlenhäuser. Hier werden Anwohner über eine Zeit von etwa sechs Wochen nur zu Fuß von ihren Häusern zur B 92 kommen, wo sie ihre Fahrzeuge abstellen können.

Entsorgung: Es werden Müllsammelplätze angelegt, zu denen Bauleute die Tonnen karren. Die Tonnen sollten mit Name, Straße, Hausnummer versehen sein, um sie dem richtigen Haushalt zuzuordnen.

Busverkehr: Die Busumleitung führt über Görnitz, Raasdorf und Oelsnitz/Schönecker Straße. Die Haltestelle Weiße Elster an der B 92 fällt während des Baus weg. Zur genauen Schülerbushaltestelle wird noch informiert. Für Warnschilder an den drei Bushaltestellen in Oelsnitz-Lauterbach - hier müssen Kinder auf dem Weg zum Schulbus vom Gehsteig zur Haltestelle die Straße queren - laufen nach Petzoldts Worten noch Verhandlungen.

Bauzeit:Die Vollsperrung beginnt am 10. Februar und soll Ende November 2021 enden. Ein Bau unter halbseitiger Sperrung wurde laut Petzoldt geprüft. Ergebnis: Dies hätte fünf Jahre Zeit beansprucht und die 1,8 Kilometer lange Baustrecke in 200-Meter-Stücken geteilt, die nach und nach dran gewesen wären.

Öffentliche Bauberatungen: Diese sollen immer mittwochs im Baucontainer kurz vor dem Abzweig Görnitzer Weg stattfinden. Die genaue Zeit wird noch mitgeteilt.

Umleitungen: Die offiziellen Umleitungen wurden vor Beginn der Bauarbeiten unter die Lupe genommen. "Die Straßen werden den derzeitigen Verkehr über zwei Jahre nach jetzigem Wissensstand aushalten", sagte Petzoldt. Kein Beweissicherungsverfahren gibt es für andere Routen, etwa durch Unter- und Oberhermsgrün oder von Görnitz nach Raasdorf. Petzoldt: "Der Bund lässt nur zu, Strecken zu reparieren, die offiziell Umleitungen sind. Alles andere können wir nicht reparieren". Heißt: Die Besitzer der Straßen - Kreis oder Stadt - bleiben auf den möglichen Reparaturkosten sitzen.

Schleichweg: Im Wohngebiet Ährenfeld befürchten Anwohner starken Ausweichverkehr großer Fahrzeuge über enge Straßen wie den Unteren Görnitzer Weg, fordern "abschreckende Maßnahmen" wie Kontrollen zu Baubeginn. Petzoldts Vorschlag, die Medien sollen an die Vernunft der Fahrer appellieren, die offizielle Umleitung über Eichigt zu nutzen ("ist doch eine attraktive Verbindung") statt sich über Mini-Straßen zu quälen, erntete Gelächter.

Tempolimit: Anwohner der Schönecker Straße in Oelsnitz beklagen Raserei und fürchten eine Zunahme des Problems, wenn mehr Verkehr hier rollt. Ihr Vorschlag: Tempo 30 als Ausnahme für die Bauzeit. "Dafür sind die Voraussetzungen nicht erfüllt. Wir können nur appellieren und kontrollieren", sagt die Oelsnitzer Stadtbaumeisterin Kerstin Zollfrank. Für AfD-Politiker Ulrich Lupart ist da das letzte Wort noch nicht gesprochen. "Das muss möglich sein. Wir müssen uns unterhalten."

Letzter Heller: Nach den vorbereitenden Maßnahmen der Anliegerstraße parallel zur B 92 bleibt diese im jetzigen Zustand und erhält keinen Asphalt, wie es Bürger wünschten. Petzoldt: "Im Vorfeld des Baus wird es keine Erneuerung geben".

Problem Einfahrt Wiesenstraße: Schon jetzt sei aus der Oelsnitzer Anliegerstraße kurz oberhalb der B 92-Ampelkreuzung Hofer Straße kaum raus- oder reinzukommen, so Anwohner - Stichworte: Rückstau, uneinsichtige Autofahrer. Petzoldts Aussage, die Ampel werde dem neuen Verkehrsfluss angepasst, was Anwohnern nicht reichte. "Wir nehmen das als Aufgabe noch mal mit", versprach OB Mario Horn (CDU), sich um eine Lösung zu kümmern.

Streit um Mauer: Mit einem Anlieger der B 92 in Oelsnitz gibt es zu dessen Grundstück noch keinen Vertrag, räumte Petzoldt ein. Der Grundstückbesitzer will nicht für eine Stützmauer verantwortlich sein, die der Bauherr hier errichten will.

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