Bewegung in Fragen um ausländische Abschlüsse

Fachkräfte in Medizin und Pflege kommen auch im Vogtland häufig aus anderen Ländern. Bei der Anerkennung ihrer Ausbildungen gibt es jedoch Probleme.

Oelsnitz.

Im Wettbewerb um Fachkräfte aus dem Ausland im Bereich von Medizin und Pflege haben Einrichtung in Vogtland häufig das Nachsehen. Grund: Anderswo in Deutschland werden ausländische Berufsabschlüsse leichter und schneller anerkannt. Bei dem Personalproblem in der Vogtland-Residenz Bad Brambach spielte das Thema eine Rolle. Gelöst werden kann es jedoch nur auf Landesebene. CDU-Landtagsabgeordneter Andreas Heinz hatte deshalb zu einem Rundtisch-Gespräch in Oelsnitz Sozialstaatssekretärin Regina Kraushaar eingeladen. Auch Vertreter der vogtländischen Krankenhäuser und Rehakliniken sowie von Pflegeeinrichtungen saßen im Oelsnitzer Betesda-Seniorenheim mit am Tisch.

In der Veranstaltung wurde beraten, welche Hemmnisse zu beseitigen sind, um ausländischen Arbeitnehmern schneller die Möglichkeit zu geben, in den medizinischen und pflegerischen Dienst in Sachsen und speziell im Vogtland zu gelangen. "Auslöser für die Initiierung dieser Gesprächsrunde war die Anfrage einer vogtländischen Fachklinik an mich, weil ein qualifizierter ägyptischer Arzt, der an der Klinik dringend gebraucht würde, keine zeitlich angemessene Anerkennung bekam und eine extrem lange Prüfungswartezeit vor sich hatte", informiert Heinz. Hinter diesem Thema konnte ein Haken gesetzt werden. Der Arzt darf noch dieses Jahr seine Anerkennungsprüfung ablegen.

Zweiter Ansatzpunkt waren Hinweise aus der Vogtland-Residenz Bad Brambach, dass die Zukunft des Pflegeheimes aufgrund mangelnden Personals langfristig gefährdet sein könnte - und dass, obwohl Interessenten aus anderen Ländern gern in den Pflegeberuf im Vogtland einsteigen würden. Bürokratische und fachliche Hürden bremsen das Engagement der Mediziner und Pfleger, das wurde in der Runde deutlich. "So scheint es gut bekannt zu sein, dass man als Mediziner in anderen Bundesländern leichter zu seiner B2-Sprachprüfung kommt, was natürlich auch genutzt wird. Und wenn die Ärzte dann einmal woanders als in Sachsen sind, bleiben sie auch dort", sagt Andreas Heinz und bat die Staatssekretärin, das Problem einheitlicher Standards mit nach Dresden zu nehmen. Zudem müsse man die Prüfungskapazitäten erhöhen, um qualifizierte Ärzte schneller zur Approbation zu führen und somit in die Kliniken und Praxen zu bekommen. Der ägyptische Radiologe wartet seit Oktober vergangenen Jahres auf seinen Prüfungstermin. Er kann die Stelle, die er in Aussicht hat, nicht antreten und muss als Pflegehelfer arbeiten - für den Mann eine frustrierende Situation. Am Klinikum Obergöltzsch in Rodewisch sind die Probleme ebenfalls bekannt. Verwaltungschefin Beate Liebold konnte gleich drei Fälle anführte, wo der harte sächsische Sprachkurs die potenziellen Neueinstellungen von Ärzten verhinderte.

Anders sei die Lage am Arbeitsmarkt für Pflegepersonal. Das Ausbildungsniveau sei sehr unterschiedlich. Andreas Heinz schlägt ein Berufsvorbereitungsjahr vor und forderte weitere Kapazitäten bei Anpassungslehrgängen. Landrat Rolf Keil (CDU) nimmt das Thema auf. Synergien mit der Ausbildungsstätte am Helios-Vogtlandklinikum sollen dabei geprüft werden. (tb)

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