Das frühere Grenzgebiet als Problemzone

Wahl 2019: Linken-Chef Bernd Riexinger war am Mittwoch in Oelsnitz zu Gast. Es ging es um Probleme der Pflegebranche.

Oelsnitz.

Wer in den Dörfern des ehemaligen Grenzgebietes lebt und zu Hause gepflegt werden möchte, hat zunehmend Probleme, einen Pflegedienst zu finden. Darauf haben die Mitarbeiter der ambulanten Pflege der Volkssolidarität in Oelsnitz am Mittwoch beim Besuch von Vertretern der Linken aufmerksam gemacht. Parteivorsitzender Bernd Riexinger und Landtagskandidatin Janina Pfau waren zu Gast. Weil Pflegedienste für die nicht unerhebliche Fahrzeit keinerlei Vergütung erhalten, drohten in diesem Gebiet weiße Flecken, so Fachbereichsleiterin Susann Martin. Sie schilderte einen Spagat zwischen dem Wunsch, den Menschen dort zu helfen, bei gleichzeitigem wirtschaftlichen Druck. "Eigentlich müssten wir den Radius unserer Fahrwege noch reduzieren", sagte sie. Insgesamt 110 Patienten versorgt das Team der Volkssolidarität in und um Oelsnitz. 36 Beschäftigte und drei Auszubildende gehören zur Oelsnitzer Mannschaft.

Die Verantwortlichen schilderten den Politikern ein ganzes Paket von Problemen, für die es politische Lösungen bedarf. Derzeit kompensieren die Oelsnitzer Mitarbeiter vieles durch einen hohen persönlichen Einsatz. "In der Altenpflege liegen einem die Menschen viel mehr am Herzen als etwa in der Krankenpflege", sagte Pflegedienstleiterin Elisabeth Weschenfelder. Weil die Distanz in der Altenpflege viel geringer sei. Die ermunternden Worte von Bernd Riexinger, auch Beschäftigte aus der Altenpflege sollten auf die Straße gehen und für bessere Bedingungen und mehr Geld kämpfen, wurde daher auch mit Skepsis quittiert. "Wer soll in dieser Zeit die Menschen versorgen?" Jede Tour müsse schließlich gefahren werden.


Einen Bericht vom Auftritt drei weiterer prominenter Bundespolitiker im Vogtland finden Sie auf Seite 13.

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