Das Haus der jungen Ärztinnen

Auch ohne Rezept und Wehwehchen Andrang in den Wartezimmern: Am Samstag stieß in Markneukirchen ein Tag der offenen Tür auf reges Besucherinteresse.

Markneukirchen.

Zwar fehlt uns nichts, aber wenn es mal der Fall sein sollte, dann wollen wir wissen, wo wir fachliche Hilfe finden können - das war am Samstag in Markneukirchen der Grund dafür, dass so viele "Patienten" den Weg ins neue Ärztehaus fanden und in die Praxisräume hineinschnupperten. Und: Sie brachten mit dem außerplanmäßigen Besuch, straußweise Blumen und lobenden Worten Dank und Anerkennung zum Ausdruck, dass es in Markneukirchen ein Sorgenkind nicht mehr gibt, weil endlich eine wichtige, weil alle Generationen betreffende medizinische Versorgungslücke geschlossen und das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichtes keine Brache mehr ist.

Ein junges Haus mit jungen Ärzten. Die Mittdreißiger Carolin Penzel aus Bad Elster und Linda Schautschick aus Erlbach sind Internisten und führen eine gemeinsame Praxis. Für sie ist damit ein gewisses Risiko verbunden, denn sie haben einschließlich eines Patientenstammes beim Punkt Null angefangen, arbeiteten vorher im Krankenhaus Adorf beziehungsweise Rodewisch. Carolin Penzel: "Wir kannten uns nur flüchtig und kamen eher zufällig ins Gespräch. Weil wir gleiche Vorstellungen haben, entschlossen wir uns zu einem Neuanfang. Außerdem haben wir im selben Monat eines Jahres Geburtstag. Also zwischen uns stimmt die Chemie, anders würde es nicht gehen." Dass der Schritt nach Markneukirchen ein richtiger war und ist, bestätigt ebenso Linda Schautschick: "Wir wollen unbedingt in der Region bleiben. Allein hätte ich nicht den Mut gehabt. Ein Vorteil ist der Gemeinschaftspraxis doch auch, dass wir uns mit den Diensten abstimmen können. Wir sind seit Anfang September im Ärztehaus, haben seitdem einen sehr guten Zuspruch."

Ergotherapeutin Ines Eßbach ist in der Region keine Unbekannte, hat schon seit 20 Jahren in Bad Elster eine Praxis und nun also auch in Markneukirchen. "Ich sehe das Ärztehaus als eine gute Chance, mich weiter zu etablieren, möchte auch hier präsent sein, denn der Bedarf ist groß. Ich finde, dass wir hier eine sehr gute Hausgemeinschaft sind. Bei Bedarf sind die Wege kurz und wir ergänzen uns. Und auch für Patienten ist das ein Vorteil, denn ihnen bleiben längere Anfahrten erspart."

Kinder- und Jugendärztin Madlen Neef nennt es für sich und ihre Familie einen Glücksfall, dass sie sich bis Juni in Erlbach und seither in Markneukirchen niederlassen konnte, statt eine Krankenhausstelle in einer Stadt anzunehmen: "Über die Kassenärztliche Vereinigung war die Stelle in Erlbach ausgeschrieben und ich habe mich darum beworben. Schön, dass es geklappt hat." Glückliche Fügung auch deshalb, weil ihr Lebenspartner ein Erlbacher ist, hier familiäre Bindungen hat und als Lehrer in Mylau arbeiten kann. Es passt für die gebürtige Oschatzerin persönlich und beruflich also rundum. Dass sie zudem als eine an Kunst und Kultur Interessierte in der Region nicht enttäuscht wird und als passionierte Skiläuferin den Kegelberg, dazu die örtlichen wie auch andere nahe Loipen quasi vor der Nase hat - alles das kommt noch hinzu. Und Madlen Neef hat selbst drei Kinder: zwei im Grundschulalter, das kleinste weiß sie in einer Markneukirchener Kita gut aufgehoben. "Sie fangen sogar schon an, vogtländisch zu reden."

Im neuen Ärztehaus haben auch die Allgemeinmedizinerin Silvia Buresova und die Logopädin Elisabeth Kreutzmann eine Praxis sowie die Häusliche Krankenpflege Roth einen Sitz. Im Erdgeschoss befindet sich die Anker-Apotheke.

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