Das Wunder der Einheit und seine Musik

Ein Festkonzert zum Tag der Deutschen Einheit erlebten über 400 Besucher am Donnerstag im König-Albert-Theater Bad Elster. Besonders gefeiert wurde der Solist Alexander Golde am Fagott.

Bad Elster.

Auch wenn diesmal Veranstaltungen rund um den Tag der Deutschen Einheit im Oberland Fehlanzeige waren und sich alle wohl auf 2020 mit dem runden Jubiläum konzentrieren - die Chursächsische Veranstaltungsgesellschaft steht zuverlässig als Konstante im Sturm der Geschichte. Ein 3. Oktober ohne Festkonzert: undenkbar.

Nicht anders am Donnerstag, als auf dem Programm passend aus gegebenem Anlass das Symphoniekonzert unter dem Motto "Pastorale Einheit" stand. Während schon am Tag zuvor das Nachwuchstalent Ben Lepetit als Solist am Klavier das Publikum fast aus den Sitzen riss, so stand der Begeisterung 24 Stunden später dem in nichts nach: Beim Festkonzert begeisterte der Kammervirtuose Alexander Golde aus Bad Elster die Musikfreunde. Unterstützt von der Chursächsischen Philharmonie unter der Leitung von Generalmusikdirektor Florian Merz spielte er das nicht allzu häufig zu hörende Konzert für Fagott und Orchester von Franz Danzi. Ein Kleinod der klassischen Musik: feierlich und großartig, mit dramatischer Wirkung, stetig pendelnd zwischen geheimnisvoll und rastlos unruhig, zwischen temperamentvollen Ausbrüchen und gefühlvoller Melancholie. Alexander Golde meisterte das Meisterwerk mit Bravour und reizte die Klangspanne seines Instrumentes bis in kleine Nuancen aus. Trotz des stürmischen Beifalls ließ er sich zum Bedauern des Publikums leider nicht zu einer Zugabe hinreißen, reihte sich stattdessen wieder ein ins Orchester.

Zweiter Höhepunkt des Abends: Beethovens Symphonie Nr. 6 "Pastorale". Warum sie den grandiosen, prickelnden Schlusspunkt unter die "Pastorale Einheit" setzte, wie er passender nicht hätte sein können, erklärte Florian Merz so: "Wir möchten hier im ländlichen Raum einer ehemaligen Grenzregion immer wieder daran erinnern, dass das Wunder der friedlichen deutschen Wiedervereinigung ein großes Glück ist - wie Beethovens 'Pastorale' als eine ländlich, idyllische Hommage an die Menschlichkeit." Gedanken daran drängten sich beim Hören der Musik und Eintauchen in die geistige Sphäre geradezu auf.

Nicht nur das Konzert war dem Anlass des Tages mehr als angemessen. Deutsche Einheit - sie widerspiegelt sich auch personell innerhalb der Chursächsischen Philharmonie: Auf der Bühne des König-Albert-Theaters saßen Musiker von diesseits und jenseits der früheren Grenze. Almuth Seidel zum Beispiel: Sie stammt aus Leipzig, lebt mittlerweile in Bad Brambach und spielt seit vergangenem Jahr im Orchester die 1. Geige. Florian Merz hingegen, gebürtiger Düsseldorfer, zog es mit der Spielzeit 1991/92 nach Bad Elster. Seitdem prägt er als Intendant und Dirigent das kulturelle Leben in der Stadt und gleichermaßen der Region.

Oder Georg Stahl: Er kam 1993 von Mönchengladbach nach Bad Elster, hat sich nicht nur als Cellist in diversen Ensembles und launiger Moderator von Konzerten einen Namen gemacht, sondern im Oberland auch sein Familienglück gefunden. Als schon vor dem Konzert bekannt gemacht wurde, dass er am 2. Oktober seinen 55. Geburtstag feierte, bekam er dafür einen Sonderapplaus.

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