Die Experten für heitere und leise Töne

Beim 2. Vogtländischen Nachmittag des Dorf- und Heimatvereins Gettengrün erfreuten sich rund 70 Besucher an einem literarisch-musikalischen Mundartprogramm.

Gettengrün.

Auch für Gemütlichkeit ist in der kleinsten Hütte Platz. Wer am Samstag in der Alten Schule in Gettengrün einen Platz ergattert hatte, konnte sich glücklich schätzen und hoffte, nur selten wegen Blasendrücken den Raum verlassen zu müssen - so eng ging es hier zu. Kein Wunder, denn nach dem überwältigendem Zuspruch 2015 konnte der Dorf- und Heimatverein gleich mehrere Mundart-Koryphäen für den 2. Vogtländischen Nachmittag an Land ziehen.

Eine Veranstaltung in Gettengrün ohne den Dorfchor? Undenkbar. Im Jahre 2003 wurde er von Siegfried Lenk gegründet und wird jetzt von Lothar Rank geleitet. Immer wieder ist es eine Freude, den Männern und Frauen zu lauschen und ihnen dabei zuzusehen, mit welcher Wonne und Hingabe sie beliebte Lieder wie "Wo durchs Land die Elster fließt" singen und damit die Besucher zum Mitmachen anstacheln. War schon der Chorauftritt allein das Kommen wert - vom beliebten Mundartautor Peter Leonhardt aus Bad Elster, dem Volksliedbarden und Gitarristen Klaus Goldammer aus Mühlhausen und Jürgen Ulbrich aus Siebenbrunn am Bass wurde der Nachmittag noch veredelt. Peter Leonhardt sorgte mit Geschichten aus dem Alltag und deftigen Witzen für manchen Lacher. Ein Beispiel: "Nonnen zählen so: eins, zwei, drei, vier, fünf, pfui, sieben..."


Bei allem Frohsinn hielten die Besucher für einige Minuten inne. Als Klaus Goldammer das bewegende "Das Leben ist ein Büchlein" anstimmte, gedachten sie damit Rocco Fläschendräger. Vor vier Wochen verlor er den Kampf gegen eine schwere Krankheit, hat als langjähriges und stets engagiertes Mitglied im Dorf- und Heimatverein eine große Lücke hinterlassen.

Das Leben geht weiter. Seit der Dorf- und Heimatverein 2003 gegründet wurde, sorgt er für ein reges Leben in Gettengrün und hat sich von anfangs 30 auf nun 60 Mitglieder vermehrt. Was sonst die freiwillige Feuerwehr organisiert hatte, übernahm der Verein. "Aber man kann beide nicht voneinander trennen. Wir arbeiten bis heute eng zusammen", so Jürgen Schreiner, seit Beginn Vorsitzender. Unter anderem wurde die Alte Schule zum Begegnungszentrum hergerichtet und beim Bau des neuen, unlängst eingeweihten Gerätehauses packte auch der Verein kräftig mit an.

Acht Veranstaltungen stellen die Mitglieder in den nächsten Monaten auf die Beine. Als Nächstes steht das Besenbrennen am Vorabend des 1. Mai an. Zu Himmelfahrt wird an der Alten Schule ein Zelt aufgebaut und für den Höhepunkt, das Dorffest am 9. Juli, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Mit einer Lagerfeuerparty am 20. August verabschiedet der Verein den Sommer fast schon wieder und lädt am 28. Oktober zum Herbstfest ein. Am 3. Dezember beschließt die Seniorenweihnachtsfeier das Programm.

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