Dorfladen schließt nach 30 Jahren

Ein Präsent zum Abschied: Helga Geilert verabschiedet sich mit ihrem Geschäft an der Klingenthaler Straße. Für die Räume gibt es Ideen.

Erlbach.

Ob Lebensmittel, Getränke, Waschmittel oder Toilettenartikel - was man im Alltag so braucht, das konnte man drei Jahrzehnte lang im Erlbacher Dorfladen kaufen. 30 Jahre und einen Monat stand Helga Geilert hinter der Kasse. Am vergangenen Mittwoch war das zum letzten Mal der Fall.

"Es war eine schöne Zeit, die aber ohne die Unterstützung der Familie nicht möglich gewesen wäre", sagt die Erlbacherin im Rückblick. Zu den letzten Kunden gehörte auch Ortsvorsteher André Worbs (Freie Wähler), der sich mit einem kleinen Geschenk für das große Engagement bedankte. Wie viele der langjährigen Kunden bedauert auch er, dass mit der Schließung wieder ein Stück Dorfleben verloren geht. Die mobilen Händler, die ihre Runden durch Erlbach drehen, können das sicher nur zu m Teil kompensieren.

Der Dorfladen war in den vergangenen Jahren ein echter Anlaufpunkt in Erlbach. Da wurde nicht nur gekauft, es war auch eine Nachrichtenbörse. "Wie das halt auf dem Dorf so ist", meinte vielsagend die Inhaberin. Der Kundenkreis war aber keineswegs nur auf Erlbach begrenzt - Wohlhausen, Markneukirchen, selbst aus Plauen kam man zum Einkaufen. Das lag auch mit am beliebten Bier aus der kleinen Erlbacher Brauerei, das bei Helga Geilert zu haben war. "Das verkaufen wir künftig über die Brauereigaststätte mit", schaut sie voraus.

Den kleinen Laden am Laufen zu halten, erforderte viel Engagement. Viel Zeit wandte sie auf, um Lieferanten zu finden, die auch kleinere Warenmengen lieferten. Im Winter schippte sie oft schon 5 Uhr Schnee, weil gegen 6 Uhr bereits die ersten Kunden im Dorfladen die Semmeln holen wollten. Nach Ladenschluss musste dann noch die Buchhaltung gemacht werden. Was ihr auffiel: Nach der Wende probierten viele Kunden zunächst neue Westwaren und kehrten dann Schritt für Schritt zu den traditionellen Ost-Produkten zurück - vom Senf bis zum Bier.

Anfangs hatte Helga Geilert gedacht, der Dorfladen sei eine Übergangszeit. Drei, vier Jahre hatte sie im Blick. Dass daraus drei Jahrzehnte werden, und sie in dieser Zeit zu einer Erlbacher Institution, das hatte sie nie erwartet. Was aus den Ladenräumen wird, ist noch nicht entschieden. "Es gibt viele Ideen. Wir haben auch die Anregung für ein kleines Brauereimuseum erhalten. Das wird sich in den nächsten Monaten entscheiden", sagt sie.

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