Drei Festnahmen bei Polizeieinsatz

Spektakuläre Polizeiaktion in Klingenthal: Stromklau und Kryptowährungen standen im Fokus der Spezialermittler.

Klingenthal.

Drei Festnahmen gab es in Klingenthal im Ergebnis eines Großeinsatzes gegen eine sogenannte Mininganlage. Ein Großaufgebot an Polizeibeamten sowie Staatsanwälten mit Unterstützung der Steuerfahndung durchsuchte seit Dienstag insgesamt acht Objekte im Vogtland und im Landkreis Zwickau, darunter in Klingenthal in der Richard-Wagner-Straße.

Die Aktion, die am gestrigen Mittwoch noch andauerte, sorgte in der Stadt für großes Aufsehen, was sich auch in Anfragen von Lesern an die Redaktion äußerte. Sie hatten beobachtet, wie aus einem Gebäude an der Richard-Wagner-Straße viele Kartons abtransportiert wurden.

Es waren insgesamt über 120 Personen im Einsatz, darunter Beamte des Mobilen Einsatzkommandos und Spezialisten des Cybercrime Competence Center Sachsen am Landeskriminalamt. Das Verfahren wird von der Kriminalpolizeiinspektion Zwickau geführt. Klingenthals Bürgermeister Thomas Hennig (CDU) war nach eigenen Aussagen über die Aktion nicht informiert.

Am Mittwochnachmittag teilte die Staatsanwaltschaft Zwickau mit, dass fünf Männer und eine Frau im Verdacht stehen, in Klingenthal seit Anfang 2017 das Stromnetz angezapft zu haben, um mit speziellen Computern Kryptowährungen zu schürfen.

Dieses sogenannte Mining erfordert einen hohen Energieeinsatz. In Klingenthal stellten Spezialisten eine Elektroinstallation fest, die den Stromzähler umging. Es wurde eine in Betrieb befindliche Computeranlage gefunden, die aus 49 Miningrechnern bestand. 30 dieser Rechner waren spezielle Miningcomputer, die nur für das Schürfen von Kryptowährungen hergestellt werden. In der Anlage waren insgesamt 80 Grafikkarten verbaut. Die Anlage verbrauchte ungefähr soviel Energie wie 30 normale Haushalte. Durch die Manipulation der Stromanlage entstand dem Energieversorger ein Schaden von mehr als 220.000 Euro.

Am Mittwoch waren noch Beamte mit dem Abtransport der beschlagnahmten Technik beschäftigt. Die Kontrollen am Mittwochvormittag am Grenzübergang Graslitzer Straße standen nach Informationen der Staatsanwaltschaft nicht mit dem Einsatz in Verbindung.

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