Drei Feten auf einen Streich

Man muss die Feste feiern wie sie fallen - am Samstag fiel in die Klingenthal die Wahl nicht leicht. Schwarzbeerfest, Folk's-Fest und VSC-Fest lockten.

Klingenthal.

Es muss wohl in Strömen regnen, der Wind pfeifen oder am ersten Samstag im September schon schneien, um Besucher davon abzuhalten, das Schwarzbeerfest auf dem Aschberg zu stürmen. Wettertechnisch war es zwar nicht optimal, der Andrang dennoch groß. Was darauf hindeutet, welcher Beliebtheit sich das Fest erfreut, das seit 19 Jahren vom Verein der Aschbergfreunde auf die Beine gestellt wird. Bis es dazu kommen kann, müssen sich die Hände der Mitglieder allerdings rühren. 170 Liter Schwarzbeeren ist die Ausbeute der letzten Wochen. "So viel waren es bisher noch nie", meinte Klaus Finkel und wer selbst einmal zwischen den Beeren hockte und sie sammelte, kann annähernd ermessen, welche Mühe das bereitet. Dennoch drohte die gezupfte Rekordmenge am Samstag nicht auszureichen, weil es dabei ja nicht bleibt. Die Beeren müssen verarbeitet werden: Dutzende Blechkuchen, eine Unmenge an Windbeuteln, Gesundheitstropfen, Kompott und Konfitüre - eine Heidenarbeit. Die Wartegemeinschaft vor den Leckereien riss nicht ab. Die meisten Besucher vertilgten sie wahlweise mit einem kräftigen Klecks Sahne gleich vor Ort, viele deckten sich zusätzlich mit Kuchen auch für die Sonntagskaffeetafel ein. Nicht minder begehrt das Schwarzbeerkompott. Die Gläser gingen über den Tisch wie warme Semmeln und nicht wenige Besucher waren so scharf darauf, dass sie gleich mehrere in ihren Beuteln verstauten. Zum Leidwesen jener, die deshalb leider nichts mehr abbekamen. Was zur Überlegung bei den Aschbergfreunden führt, die Verkaufsmenge aus Gerechtigkeitsgründen künftig zu rationieren. Schlemmen war nur ein Trumpf beim Schwarzbeerfest. Für musikalische Unterhaltung sorgten das Blasorchester der Musikschule Sokolov/Falkenau und die Sorgenbrecher, die Kinder konnten Keramik bemalen sowie eine Reitstunde nehmen. Eine Ausstellung rund um die Waldfrucht zeigte, was alles in ihr steckt.

Mit einem Folk's-Fest feierten Schüler, Lehrer, Eltern, Verwandte, Einheimische und auch viele Auswärtige am Musikpavillon ein Jubiläum: 175 Jahre Musik- und Berufsschule in Klingenthal. Organisiert wurde es vom Förderverein. Musik stand im Mittelpunkt des Festes, gespielt vom Klingenthaler Bläserquintett, Akkordeonorchester, den Kleinen Harmonisten, der Gruppe Spillfolk und Ekkehard Glaß auf der Drehleier sowie Schülern der Musikschule und Berufsfachschule. Letztere gaben gleichzeitig einen Einblick in ihre Ausbildung unter anderem zum Geigenbauer und verblüfften mit Seitensprüngen. Kasimir Klinger zum Beispiel baute mit Kindern Nasenflöten. Auf Schautafeln konnte die Geschichte der beiden Schulen nachvollzogen werden.

Wie anders als sportlich kann es zugehen, wenn der VSC sein Sommerfest veranstaltet. Keine Weltcup-Skispringer waren die Akteure im Schanzenauslauf der Vogtlandarena, sondern die Kleinsten. Jungen und Mädchen der Klingenthaler Kitas schafften sich mit Eifer bei einer Mini-Olympiade unter anderem im Slalomlauf, Torwandschießen und Sommer-Biathlon. Für die Älteren stand ein Skatturnier auf dem Programm und sechs Mannschaften des VSC und von befreundeten Vereinen beteiligten sich an einem Fußballturnier.

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