Ein Tisch voller Schwamme: Prachtvolle Steinpilze gefunden

Etwas später als gewohnt hat die Schwamme-Saison begonnen. Auch Pilzexperten können noch überrascht werden.

Oelsnitz/Klingenthal.

Autos mit heimischen und auswärtigen Kennzeichen am Waldesrand - ein sicherer Beleg dafür, dass es sich zurzeit lohnt, mit dem Korb auf Pilzpirsch zu gehen. Endlich geht es richtig los! Das sagt auch Pilzberaterin Sandra Heymann aus Morgenröthe-Rautenkranz: "Das ist in den letzten Tagen der erste richtige 'Schuss' in diesem Jahr. Es war vor allem im Juni und Juli einfach zu trocken. Die Pilze kamen abgesehen von Ausnahmen gar nicht erst dazu, die Geflechte in der Erde auszubilden. Noch vor zehn Tagen haben wir überlegt, ob wir die Ausstellung in Zwota nicht absagen müssen."

Mit "wir" meint Pilzfachfrau Sandra Heymann sich und andere Mitglieder der Vogtländischen Arbeitsgemeinschaft Mykologie und mit "Ausstellung" die Schau zur Körbe in Zwota am Wochenende. Sage und schreibe 165 Arten aus dem Schwamme-Alphabet von Apfeltäubling bis Ziegenlippe wurden dank kollektiver Sammelaktionen gefunden und in der ehemaligen Schule am Hammerplatz gezeigt. Darunter natürlich Klassiker wie Steinpilze, Pfifferlinge, Birkenpilze, Maronen, Rotkappen und Schusterpilze, die wohl jedem Schwamme- freund das Herz hüpfen lassen.


Gefunden wurden aber auch solche Arten wie der Wurzelnde Bitterröhrling, die - obwohl ungenießbar, giftig oder gar tödlich - besonders interessant sind für Mykologen - sprich Pilzkundler. Wie Sandra Gruner aus Falkenstein sagte, werden Vorkommen und Fundort in jedem Falle kartiert. Einen extrem ungewöhnlichen Fund machte vor einigen Tagen Pilzberater Klaus Lorenz aus Reichenbach, der wirklich ein erfahrener und langjähriger Fachmann ist: "Ich wollte meinen Augen nicht trauen, als ich in der Nähe von Greiz auf einen Anhängselröhrling gestoßen bin - zum ersten Mal in meinem Leben. Diese Art ist in Deutschland geschützt und deshalb sollte man sie im Wald lassen."

Anders als im Oberland sieht es Richtung Plauen und Reichenbach weniger optimistisch in puncto Pilze aus. Sandra Heymann führt das darauf zurück: "Dort ist es noch viel trockener wie Bodenuntersuchungen ergeben haben. Bei uns in den Kammlagen haben sich die Wolken abgeregnet. Ich hoffe, dass die richtige Schwamme-Schwemme im Herbst einsetzt."


Pilzberater im Vogtland

Adorf: Lothar Roth (037423 2110).

Auerbach: Ilse Scholz (03744 213283).

Bergen: Christine Morgner und Wolfgang Stark (jeweils 037463 83982).

Elsterberg: Steffi Zaumseil (036621 20480).

Falkenstein: Sandra Gruner (03745 6528).

Klingenthal: Jochen Pöhland (037467 24032).

Lengenfeld: Ute Sönnichsen (037606 2332).

Muldenhammer/Morgenröthe- Rautenkranz: Sandra Heymann (0174 7903983).

Plauen: Karola Bauer (03741 444633) und Christian Olsson

(03741 289206).

Reichenbach: Wolfgang May (03765 62322) und Klaus Lorenz (0174 3310376).

Schöneck: Peter Wagner (037464 2913).

Steinberg: Jochen Michael (037462 280444). (eso)

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