Entscheidung zu Kühlturm-Kauf vertagt

Nach dem Widerspruch der Bürgermeisterin zum Rats-Nein kam das Thema erneut auf den Tisch. Dabei ging es auch um Grundsätzliches.

Schöneck.

Keine Entscheidung zum Thema Kühlturm: Der Stadtrat Schöneck hat die zweite Abstimmung über den Kauf der Anlage für die Skiwelt am Montagabend vertagt. Bei der Debatte zuvor waren einmal mehr viele Fragen zur Finanzierung auf Seiten der Freien Wähler deutlich geworden. Die Mehrheitsfraktion im Stadtrat macht ihre Zustimmung auch von geringeren Kosten für die Stadt abhängig.

Sven Lorenz (Freie Wähler) forderte dabei die Prüfung eines höheren Fördersatzes. Auch die Frage nach weiteren Geldgebern aus der Stadt stand bei der Debatte im Raum. Bürgermeisterin Isa Suplie (CDU) machte dabei wenig Hoffnung auf mehr Fördergeld. Mehr als die jetzt zugesagten 112.000 Euro bei Gesamtkosten von 185.000 Euro werde es nicht geben, ist sie überzeugt. Wird der Kühlturm nicht gekauft, bleibt die Stadt Schöneck zudem auf rund 29.000 Euro sitzen, die für die Planung des Projektes bereits ausgegeben wurden. Die Frage nach möglichem Schadenersatz der Firma, die als wirtschaftlichster Bieter eigentlich den Auftrag für den Turm erhalten soll, konnte Sven Lorenz beantworten: Die Firma würde auf Schadenersatz verzichten, hatte er nach einer Anfrage beim Unternehmen aus Tirol erfahren.

Welchen Ausweg gibt es? Wäre eine maßvolle Erhöhung der Kurtaxe ein Mittel, mehr Geld einzuspielen? Isa Suplie (CDU) zeigte sich auf Anfrage von "Freie Presse" nach der Ratssitzung für Überlegungen in alle Richtungen offen, um den Kühlturm-Kauf doch noch realisieren zu können. Die Anlage soll die künstliche Beschneiung effizienter machen. Durch heruntergekühltes Wasser könne bei Temperaturen im Grenzbereich früher beschneit und mit gleicher Wassermenge mehr Schnee produziert werden. Ziel sei, die Skiwelt früher zu öffnen und damit Einnahmen zu steigern. Es geht jedoch nicht nur um Geld und Technik, sondern auch um Grundsätzliches. "Wir hecheln dem Klimawandel hinterher", sagte Ingo Penzel (FW). "Wintersport ist für uns existenziell", hielt Peter Zeidler (CDU) entgegen. Die Skiwelt sei attraktiv und angenommen.


Kommentar: Wo will Schöneck hin?

Wie und wohin soll sich der Tourismus in Schöneck künftig entwickeln? Das ist die grundsätzliche Frage, die bei der Kühlturm-Debatte im Schönecker Stadtrat mitschwingt.

Auch wenn Antworten eigentlich in Konzepten auf dem Tisch liegen, so stellen die Freien Wähler diese Fragen neu. In Schöneck wird deshalb kein Weg an einer Grundsatzdebatte vorbeiführen. Nicht nur im Stadtrat, sondern auch gemeinsam mit der Bevölkerung. Soll Schöneck weiter auf den Wintersport setzen und dabei nutzen, was technisch möglich ist? Wenn nein, was ist die Alternative? Diese Frage beantwortet man nicht damit, einen Kühlturm nicht zu kaufen. Auch unter dem Begriff "sanfter Tourismus" dürfte sich jeder etwas anderes vorstellen. Es sind Fragen, die außerhalb von Ratssitzungen in Ruhe geklärt werden müssen.

Führt Schöneck diese Debatte nicht, wird sie in Zukunft bei jeder Entscheidung mit touristischem Bezug am Ratstisch aufflammen - und das zermürbt.

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