Everest-Bezwinger: Nach dem Top-Gipfel warten neue Ziele

Bergsteiger Jürgen Landmann aus Langenwetzendorf zeigt seine Bilder erstmals in Sachsen - und verrät in Oelsnitz noch viel mehr über seine Passion.

Oelsnitz.

Wer hoch hinaus will, muss gut gerüstet sein: Klingt wie eine Phrase, ist aber keine: Bergsteiger Jürgen Landmann aus Langenwetzendorf war am 23. Mai der erste Vogtländer auf dem Mount Everest, aber der Top-Gipfel war für den 47-Jährigen weder Kindheitstraum, noch kommt nach dem Himalaja-Riesen jetzt nichts mehr: Den höchste Berg der Erde bezeichnete er zur Eröffnung seiner Foto-Ausstellung am Dienstagabend in Oelsnitz als große, wichtige Station auf seinem Weg. "Aber die Ideen gehen nicht aus. Ich habe noch ein paar in der Schublade, schöne, schwere Berge." Sein Weg ist nicht zu Ende: Wie der gebürtige Zeulenrodaer diesen Schritt für Schritt ging, erlebten die Gäste seines zweistündigen Dia-Vortrags "Auf dem Dach der Welt".

Birgit Thümmler von der Touristinformation im Zoephelschen Haus hat schon vor zwei Jahren Ausstellung und Vortrag mit Landmann festgemacht. "Er ist süchtig nach Bergen", sagt sie - aber sie schätzt auch an dem Thüringer, dass er nie die Gefährlichkeit solcher Expeditionen verschweigt. Die hat Jürgen Landmann vielfach erlebt, erst vor drei Wochen, als ein Kollege beim gemeinsamen Abstieg vom Ortler abstürzte - er kam ins Krankenhaus. Am Everest erfror er sich acht Finger, als er seine Sauerstoffmaske reparierte. Die nutzte er bewusst, obwohl er zuvor schon zwei Achttausender ohne Flaschensauerstoff erklommen hatte. Grund: Damit geht es schneller - wichtig für genug Zeit für den Abstieg an der kälteren, anspruchsvolleren, weniger begangenen tibetischen Seite des Everest.

"Infiziert" hat sich Jürgen Landmann mit dem Berg-Virus 2004, mit dem Kilimandscharo. "Freistehende Vulkane beeindrucken mich", sagt der Höhenbergsteiger. Die 36 Fotos, die er bis 4. November in Oelsnitz zeigt, sind zufällig entstanden: Zu keinem Motiv ist er extra gereist. Die Aufnahmen zeigen Vorlieben: Kühne Gipfelaufbauten, Gebirgssilhouetten ziehen ihn ebenso in den Bann wie die Begegnung mit anderen Kulturen. "Alte, zerfurchte Gesichter finde ich toll, und kleine Kinder", erzählt er. Die Bilder entstanden unter anderem in Nepal und Kirgistan. Und in Pakistan, wo 2014 am Achttausender Broad Peak der Entschluss fiel, den Everest anzugehen. In der Bergsteigerszene wissen viele mit den Namen Jürgen Landmann etwas anzufangen: "In der Regel schließe ich mich internationalen Expeditionen an. Inzwischen muss ich mich nicht mehr bewerben."

Ein einsamer Held ist der Vater zweier Kinder, der als Installateur arbeitet, keineswegs. "Das geht nicht ohne Frau und ohne toleranten Arbeitgeber", weiß er, wer ihm sein Hobby ermöglicht. Seine Partnerin Annett Martin schreibt den Blog www.abenteuer-outdoor.eu über die Gipfeltouren, und sie kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Die braucht es, weil der Höhenbergsteiger seine Gipfeltouren auch als Referent und Bergführer refinanziert.

Den Duft der großen weiten Welt bringt Jürgen Landmann nach Oelsnitz, sagt Oberbürgermeister Mario Horn (CDU). Aber was wird nun, fragte der Rathaus-Chef: "Höher geht's ja nun nicht mehr..." Das Ziel steht fest, sagt Landmann: Es geht auf den Aconcagua, Südamerikas Top-Gipfel, mit knapp 7000 Metern der höchste Berg außerhalb Asiens.

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