Fachleute nehmen schönste Bergwiesen unter die Lupe

Der Wettbewerb hat Tradition beim Landschaftspflegeverband "Oberes Vogtland". Bei einer Bonitur hat eine Jury fünf Wiesen im Oberland und drei in Tschechien begutachtet.

Markneukirchen.

Die Wahl erweist sich als Qual: Wird eine Wiese der Hofgut Eichigt GmbH bei Rebersreuth, die der Familie Buggel oder Koch in Sohl, die von Christian Fischer in Bad Brambach oder die der Agrargenossenschaft Adorf bei Jugelsburg die schönste sein? Und welche Wiese auf tschechischer Seite - nach mehrjähriger Unterbrechung nehmen die Nachbarn wieder am Wettbewerb teil - bei Prebuz, Tisová/Kraslice und Cirá macht das Rennen? Fest steht schon jetzt: Einen Sonderpreis hätten sich alle Teilnehmer verdient für die Pflege und Bewirtschaftung ihrer Grünfläche, weil dadurch das Vorkommen von bestimmten Pflanzenarten und Insekten erhalten bleibt.

Wie bei Menschen ist auch in Bezug auf Bergwiesen "schön" ein relativer Begriff. Für den einen ist eine Wiese wegen ihrer Optik und Vielfalt an Pflanzen, Blumen und Gräsern schön, für den anderen, wenn sie einen möglichst hohen Futterertrag bringt. Kriterien, die auch die Fachleute bei der Bonitur für die Punktevergabe zugrunde legten. Unter dem Stichwort Bewirtschaftung geschah das zum Beispiel auch unter Gesichtspunkten wie Zeitpunkt und Aufwand bei der Mahd per Hand oder Maschine, ob es besondere Erschwernisse wie Hanglage oder Nassflächen gibt und auf mineralische Düngung verzichtet wird, ob bewusst Naturschutz und Landschaftspflege beachtet werden.


Eigentlich hätten die acht Bewirtschafter der Bergwiesen dem Grasland schon mit Mäher oder Sense zu Leibe rücken können oder müssen. Wegen der Teilnahme am Wettbewerb haben sie damit gewartet. Demzufolge kamen die Umweltfachleute und Botaniker mit dem Aufspüren, Bestimmen und Notieren der gefundenen Pflanzen und Gräser kaum hinterher, zumal wegen der Gerechtigkeit pro Wiese eine halbe Stunde vorgesehen war. Selbst in dieser Zeit zeigte sich: Bergwiesen im oberen Vogtland sind artenreich. Die Vielfalt reichte von Rundblättriger Glockenblume und Rotschwingel über Scharfer Hahnenfuß und Weidewegerich bis hin zu Teufelsabbiss und Sumpfkratzdistel.

Die Auswertung und Preisverleihung erfolgt am 14. Juni, 12.30 Uhr beim Bergwiesentag in der Naturschutzstation Riedelhof Eubabrunn.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...