Fest trotzt Hitze und Vollsperrung

Zum 24. Mal haben Tschechen und Deutsche am Grenzübergang zwischen Wernitzgrün und Schönbach/Luby gemeinsam gefeiert. Ein bisschen Ärger war aber auch dabei.

Wernitzgrün.

Anwohner der Zollstraße in Wernitzgrün kennen die Unannehmlichkeiten schon seit Wochen, wenn sie zur Arbeit müssen oder nach Hause wollen. Besucher des Grenzfestes bekamen sie am Samstag selbst zu spüren: Wegen laufender Arbeiten am Stromnetz ist die Straße Richtung Schönbach/ Luby noch bis Mitte September gesperrt. Auch für die Zufahrt zum Festplatz am Grenzübergang wurde dafür keine Ausnahmeregelung gemacht oder eine Ausweichvariante - sprich: provisorische Umgehung - geschaffen. Entsprechend angesäuert zeigte sich deshalb Erlbachs Ortsvorsteher André Worbs: "Es kann eigentlich gar nicht sein und ist einmalig, dass man in der Mitte von Europa eine Grenze nicht ohne Problem passieren kann." Aufkommende Gedanken, deshalb das 24. Grenzfest abzusagen, wurden nichtsdestotrotz verworfen.

Welcher Beliebtheit sich das Grenzfest erfreut, war denn auch zu erleben. Besucher aus Luby hatten wie immer einen kurzen und direkten Weg, während jene aus Erlbach, Markneukirchen und weiter entfernten Orten - sogar aus Bubenreuth war eine 50-köpfige Delegation angereist - ungeachtet der Hitze einen längeren Fußmarsch im Slalomstil durch die Zollstraße oder einen Umweg durch den Wald mit mehr oder weniger Knurren in Kauf nahmen. Ein Vorteil: Zumindest hatten Anwesende im Gegensatz zu den Vorjahren keine Mühe, freie Plätze für einen Plausch unter den Sonnenschutzdächern bei einem Bierchen oder Kaffee und Kuchen zu ergattern. Gedämpfte Freude - ja, gedämpfte Nachbarschaft - nein.

Für Unterhaltung war ausreichend gesorgt. Während sich die Kinder auf der Hüpfburg, beim Schminken und Basteln die Zeit vertreiben konnten und Freundschaftsluftballons aufsteigen ließen, spielten die Erwachsenen beim Torwand-Schießen Weltmeister, zeigten beim Hau-den-Lukas ihre Muskeln und begutachteten eine in diesem Jahr abgespeckte Schau von deutschen und tschechischen Oldtimer-Traktoren und Militärfahrzeugen. Auffallend nicht erst beim 24. Grenzfest: Für musikalische Unterhaltung sorgten ausschließlich Kapellen von jenseits der Grenze - unter anderem Horalka aus Graslitz/ Kraslice, Kiks Band, Fox Band und Rectus aus Eger/Cheb. Warum die vielen Orchester oder Gruppen aus Markneukirchen und Umgebung fehlten, erklärte André Worbs so: "Sie sind den Sommer über ausgebucht. Im kommenden Jahr wollen wir das aber auf jeden Fall ändern. Das 25. Grenzfest wird mit dem 700-jährigen Ortsjubiläum von Luby gefeiert. Dafür denken wir uns etwas extra Schönes und extra Gutes aus."

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