Friedhofschef in Sorge wegen Wildsäuen

Eine Spur der Verwüstung hat Schwarzwild auf dem Gottesacker gezogen. Offen gelassene Tore sind eine Einladung an die Tiere.

Plauen.

Sie kommen, wenn's dunkel ist oder in der Dämmerung. Sie kommen nie allein, sondern im Rudel. Und sie hinterlassen meist ein Feld der Verwüstung: In der Nacht vom Samstag zum Sonntag suchten Wildschweine den Plauener Hauptfriedhof heim. Seither hätten die Mitarbeiter alle Hände voll zu tun, um die Schäden an der Gemeinschaftsgrabanlage und an Einzelgräbern zu beseitigen, sagt Verwalter Steffen Fröbisch. Für ihn ist die Wildproblematik auf dem 28 Hektar großen, komplett eingezäunten Friedhof nicht neu. In der Vergangenheit habe es solche "Besuche" schon öfters gegeben, berichtet er.

"Das Schwarzwild tummelt sich im benachbarten Reusaer Wald. Dort gibt es kaum einen Wanderweg, der nicht aufgewühlt ist", hat Fröbisch festgestellt. Doch es seien nicht nur Tiere, die das stabile Gitter ebenso wie den Maschendrahtzaun durchbrechen. Manche würden sich auch regelrecht verirren, denn einige Friedhofsbesucher seien unvernünftig. "Sie lassen aus Bequemlichkeit die oberen Tore auf", so der Friedhofs-Chef. Andere kletterten sogar über die Zäune und beschädigten diese dabei. Fröbischs Team obliegt die Pflicht, regulierend einzugreifen, nachdem sich das Wild auf dem Areal der Ruhestätte tummelte. "Wir haben da in den letzten Jahren viel Geld investiert, um besonders die Zaunsfelder hin zum Wald massiv zu befestigen", sagt Fröbisch. Er spricht dabei von gut 500 Metern Einfriedung, einem Viertel der etwa zwei Kilometer Zaun.

Dass Hinterbliebene traurig und enttäuscht sind, nachdem Wildschweine zugange waren, versteht Fröbisch. Dass sie wütend sind und auf ihn und seine Kollegen schimpfen, hingegen nicht. Er sieht die Attacken als eine Art Naturgewalt.

Angst, plötzlich einem Wildschwein gegenüber zu stehen, müsse indes kein Friedhofsbesucher haben, so Fröbisch. Die Tiere seien scheu und bevorzugten die Nacht.

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