Friedhofsgebühr steigt deutlich

Auf kommunalen Ruhestätten in Bad Elster steigen die Tarife zwischen 19 und 45 Prozent, nachdem sie anderthalb Jahrzehnte unangetastet waren.

Bad Elster.

Wer Angehörige auf kommunalen Friedhöfen in Bad Elster zur letzten Ruhe bettet, muss ab 2021 deutlich tiefer in die Tasche greifen. Der Stadtrat hat einstimmig eine neue Gebührensatzung beschlossen, nachdem die Tarife aus dem Jahr 2005 inzwischen erheblich von Gebühren kirchlicher Friedhöfe in der Kurstadt und ihrer Umgebung abweichen. "Bisher lag die Kostendeckung bei 33 bis 36 Prozent. Das ist weitaus zu niedrig", erklärte Hauptamtsleiter Uwe Pinkert.

Mit den Erhöhungen zwischen 19 und 45 Prozent liegen die Friedhofsgebühren künftig bei den Kosten vergleichbar denen der Gottesäcker kirchlicher Träger und benachbarter Kommunen. Ein Sargwahlgrab kostet bei 20 Jahren Liegezeit künftig 1370 Euro statt bisher 1115, bei den Urnengemeinschaftsgräbern - gerade auf dem Friedhof in Sohl oft gewählt - werden 790 statt der bisherigen 440 Euro fällig.

Die höheren Gebühren sind aber nicht die einzige Änderung beim Friedhofswesen in Bad Elster. Hat die Kommune die Kostennsatzung schon in Zusammenarbeit und mit Unterstützung der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde erarbeitet, so soll der Friedhof in Sohl zum 1. Januar 2021 in die Trägerschaft der Kirchgemeinde übergehen. Pfarrer Gunther Geipel hat laut Stadt bereits im September 2019 signalisiert, dass sich die personelle Situation der Kirchgemeinde entspannt hat, so dass über das Thema in Arbeitsgruppen näher besprochen werden konnte. Für den Sohler Friedhof wurde zur Sitzung am Ziel festgehalten, den Sohler Friedhof zum Jahreswechsel in kirchliche Trägerschaft zu geben, so Bad Elsters Bürgermeister Olaf Schlott (Unabhängige Bürgerschaft). Sohls Ortsvorsteher Christian Warnecke (Unabhängige Bürgerschaft) räumte am Mittwoch im Stadtrat ein, persönlich damit zu hadern. Gleichwohl soll zum Friedhof Sohl im vierten Quartal 2020 eine entsprechende Vorlage im Rat eingebracht werden.

Anders stellt sich die Situation beim kommunalen Friedhof Mühlhausen dar. Er soll bei der Stadt verbleiben, um die Arbeiten am Friedhof mit Fördermitteln aus dem Programm Leader unter Verantwortung der Stadt fortzuführen. Dieses Jahr waren die Friedhofsarbeiten aus Kostengründen nicht gekommen, 2021 sollen notwendige Investitionen an Wege, Einfriedung und Friedhofskapelle aber abgeschlossen werden. Dazu braucht es noch einen Erbbaurechtsvertrag mit der Kirchgemeinde. Auch dieser soll im vierten Quartal 2020 dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt werden.

Mit dem Stand am Friedhof Mühlhausen beschäftigt sich am Donnerstag, 22. Oktober die öffentliche Sitzung des Ortschaftsrates. Zu ihr ist ab 18.30 Uhr ins Bürgerhaus, Brambacher Straße 14, eingeladen.

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