Gambrinus-Betreiber: "Wir werden auch Corona überleben!"

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Der Club gilt als eine Institution im Vogtland - und ist seit nunmehr elf Monaten coronabedingt zwangsgeschlossen. Der Chef schaut dennoch nach vorn.

Klingenthal.

Mit einem maximalen Fassungsvermögen von 800 Plätzen gehört der Gambrinus-Rockpalast in Klingenthal zu den Club-Schwergewichten im Vogtland. Ein traditionsreiches ist es noch dazu: Nach eigenen Angaben ist das Gambrinus Deutschlands ältester Live-club. Wegen der Coronakrise ist das ehemalige Maxim-Gorki-Klubhaus mittlerweile seit elf Monaten "unbespielt". Hunderte Fans machen sich um diese Kulturoase große Sorgen. Doch Betreiber Tino Süß und seine Ehefrau Anett haben für die Freunde des Gambrinus eine Botschaft: "Wir werden nicht schließen. Wir halten irgendwie durch!"

Was zunächst nach einer simplen Durchhalteparole klingt, entpuppt sich beim genauen Hinsehen als genauer Plan: "Am 11. September 2021 feiern wir den zehnten Geburtstag der Wiedereröffnung. Aus diesem besonderen Anlass dürfen wir dann die Nürnberger Party-Band Aeroplane in Klingenthal begrüßen. Wir gehen davon aus, dass coronabedingte Einschränkungen bis dahin der Vergangenheit angehören", klingt Tino Süß so optimistisch wie lange nicht. Hinzu kommt, dass der Rockpalast fast am gleichen Tag vor 132 Jahren - nämlich am 10. September 1889 - durch den Saalanbau am "Gasthofs zum Gambrinus" seiner heutigen Bestimmung gewidmet wurde. Doch wie so viele andere Eventveranstalter in der Szene, musste der vorherige Betreiber im Jahr 2010 schließen. Nach anderthalb Jahren Leerstand stürzten sich Tino und Anett Süß in ein Wagnis, das als nahezu unglaublich galt.

"Ja. Es hätte damals alles schief gehen können. Deshalb sind wir unserem treuen Publikum auch so dankbar", sagt Tino Süß, der einst seinen sicheren Job aufgegeben hatte, um die Musikhochburg am Aschberg vor dem endgültigen Niedergang zu retten. Aus Plauen, Reichenbach, Auerbach, Oelsnitz, ja sogar aus Hof und Umgebung reisen inzwischen Freunde der Livemusik zu Konzerten oder Themenpartys an. "Die Anfangsphase war unglaublich schwer. Sie hat uns aber genau die Kraft gegeben, mit der jetzigen Situation besser umgehen zu können." Wegen der Zwangsschließung gab es ein paar Euro als staatliche Entschädigung. "Dafür sind wir dankbar, auch wenn weitere zugesagte Hilfen noch fehlen", betont Süß.

Der heute 53-Jährige hatte sich als junger Mann ins "Maxim" - wie die Klingenthaler sagen - verliebt. Mit seiner Frau gehörte er im Saal mit seiner weithin bekannten Drei-Seiten-Empore (Balkon) zu den Stammgästen. "Wir müssen dieses Haus nicht nur erhalten, sondern es mit Livemusik erfüllen", sagen die "Süßen", die nicht nur das Jahr 2021 terminiert haben. Der Höhepunkt für das nächste Jahr steht bereits: "RMC a Tribute to Rammstein" wird am Samstag, dem 5. Februar 2022, in Klingenthal einchecken.

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