Gelbe Säcke: Vogtländer kritisieren Ausgabe-Limit

Pro Haushalt nur noch eine Rolle - Dienstleister relativiert Vorwürfe

Oelsnitz/Klingenthal.

All die Jahre ging's gut, nun geht gar nichts mehr. "Ich frage mich, was dahintersteckt und ob man mit uns machen kann, was man will", sagt ein Reichenbacher (Name der Redaktion bekannt), der nach einem Besuch des Bürgerbüros schwer an sich halten kann: Die Anlaufstelle der Stadtverwaltung gibt seit Jahr und Tag als eine von vogtlandweit mehr als 400 Ausgabestellen die für die Entsorgung von Leichtverpackungen nötigen Gelben Säcke ab. Bisher konnte der Reichenbacher immer zwei Rollen mitnehmen. "Eine für mich und eine für meine gehbehinderte Mutter. Das ist mir jetzt auf Teufel komm raus verwehrt worden. Ich solle den Personalausweis meiner Mutter mitbringen, ja wo leben wir denn?"

Bei ihrer Antwort bezieht sich die Stadt auf ein Papier der seit Beginn 2016 zuständigen Dienstleistungsfirma Veolia, das der Ausgabestelle im Mai zugegangen war. Dirk Postler, persönlicher Referent des Oberbürgermeisters: "Darin heißt es, dass nur noch eine Rolle pro Haushalt ausgegeben werden darf, da die Säcke oft zweckentfremdet eingesetzt wurden." Offenbar sei mit der in der Vergangenheit gepflegten Ausgabe- und Annahmepraxis der Bogen überspannt worden: "Da wurden wohl auch mal gleich zehn, 15 Rollen auf einmal mitgenommen. Deshalb wird das jetzt so gehandhabt."

Muss es aber nicht, informiert ein Sprecher des Unternehmens Veolia Umweltservice Ost. "Wir wollen nicht, dass sich die Ausgabestellen sklavisch an die Vorgabe halten. Natürlich können zwei, drei Rollen für Frau Meier oder die Oma mitgenommen werden", sagt Ralph Dörfelt und bittet um Augenmaß.

Mit dem Ausgabe-Limit will der Dienstleister "Schindluder großen Stils" verhindern. "Da wir auch in anderen Sektoren als Entsorger zuständig sind, wissen wir, was die Leute alles mit den Säcken machen." Seit Jahren tauchen sie in Altkleider-Containern auf, zudem wird in ihnen Hausmüll entsorgt. Auch der Entsorgung von Gartenabfällen oder als Abdeckung von Pflanzen dienen die Tüten. Das seien nur einige Beispiele. Seit der Übernahme der Entsorgung beklagt Veolia Abnahme-Umfänge, die über der Kalkulation lägen.

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