Gitarren und mehr: Journalist schreibt Historie der Musima auf

Sein Faible für Instrumente aus Markneukirchen hat Thomas Fröhlich ins Vogtland geführt. Warum er ein zuerst geplantes Buch über den Haufen warf und was nun erscheinen wird.

Markneukirchen.

Zwei Herzen schlagen bei Thomas Fröhlich in der Brust: Zum einen ist er Sammler und Liebhaber von Gitarren, zum anderen Journalist. Beides vereinigt sich und führt zu einem Buch, das jetzt in Druck geht und Ende August vorgestellt werden soll: Eine Unternehmensgeschichte der Musima - des Betriebs, der Markneukirchen über Jahrzehnte prägte. Die Veröffentlichung begleitet die Sonderausstellung des Musikinstrumenten-Museums zu Musima-Gitarren - die Publikation wird einen Katalogteil haben, den Museumsmitarbeiter Frank Fickelscherer-Faßl beisteuert.

"Eigentlich war ein Gitarrenbuch geplant. Aber das hat nicht geklappt", sagt Fröhlich. Dass das ursprüngliche Konzept nicht zu realisieren war, stand bald nach einer ersten Infoveranstaltung im Oktober 2016 in Markneukirchen fest. Nun wird es nicht um Details von Gitarren gehen, sondern um mehr: Um einen Blick, wie die Musima entstand, wie sich entwickelte, immer eingebettet in die jeweilige Zeit.

Für diesen Ansatz kam der Journalist. Anfang der 1990-er Jahre war Thomas Fröhlich auf Stahlsaitengitarren aus dem Vogtland gestoßen. "Sehr gute Instrumente, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis", erklärt er. Dass er dann im Vorruhestand nach vielen Jahrzehnten auch wieder selbst Gitarre spielte, kam hinzu. Unter den erstandenen Instrumenten war auch eine Musima-Gitarre. "Ich war von ihr sehr angetan und habe zu Musima nachgeforscht. Aber da findet man nicht wirklich viel. Das hat mich nicht zufriedengestellt", gibt er zu und hatte die Idee: Selber etwas schreiben. Aber nicht allein. Thomas Fröhlich fragte einen ehemaligen Kollegen, mit dem er bereits ein Buch gemacht hat: Klaus Gertoberens, früher Chef der "Union" und viele Jahre bei der "Sächsischen Zeitung" in leitender Stellung tätig. Er stieg ins Projekt ein - wertvoll, weil er die Entwicklung nach der politischen Wende, Hintergründe und Zusammenhänge aus der täglichen Arbeit kannte. Fröhlich: "Unser Ansatz für das Buch war ein journalistischer. Es sollte ein tiefgehendes Lesebuch werden, mit vielen aussagekräftigen alten Fotos".

Doch in ihrem Ansinnen, dass es wie für andere Hersteller - etwa Höfner oder Framus - einen Firmengeschichte gibt, stießen die Autoren auf eine hohe Hürde. "Wir haben eine gewisse Zurückhaltung gespürt. Für einige war die Zeit bei der Musima abgeschlossen, für andere zu schmerzhaft. Aber einige sind dann mit der Zeit schon zugänglich geworden. Wir haben Gespräche mit mehr als 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus allen Phasen der Migma geführt, vor allem den 80-er und 90-er Jahren. Türöffner waren Museumsdirektorin Heidrun Eichler und ihre Mitarbeiter", weiß der heute in Oberbayern lebende Journalist, wem er für die frühe Buchphase zu Dank verpflichtet ist.

Fröhlichs Dank reicht aber weiter: Gitarrenbaumeister Karl-Heinz Neudel, Michael Hölzel oder die ehemalige Chefsekretärin Helgard Ruderisch waren wichtige Helfer für das Buch, und die zehnbändige, reich illustrierte Betriebschronik der Musima eine sehr inspirierende Quelle. Archivrecherchen brachten viel ans Licht. Für Thomas Fröhlich war das Buch zugleich ein Erfahrungsprozess. "Ich habe persönlich viel gelernte über das die damalige Zeit, den DDR-Wirtschaftsapparat, und ich hab mich bissel in die Landschaft verliebt", sagt der Autor, der regelmäßig in Markneukirchen ist.

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