Gitte Hænning singt und erzählt

Die Sängerin zeigte sich am Samstag im König- Albert-Theater Bad Elster von einer anderen Seite. Zum Schluss ließ sie doch noch einen Cowboy über die Bühne reiten.

Bad Elster.

Es dürften nicht wenige Besucher gewesen sein, die aufschreckten zu Beginn bei der Ankündigung von Gitte Hænning, im Konzert keine Schlager singen zu wollen, durch die sie insbesondere in den 1960er bis 1980er bekannt geworden war und mit denen sie die Hitparade bei Dieter Thomas Heck regelmäßig stürmte. Was, kein "Ich will 'nen Cowboy als Mann", "So schön kann doch kein Mann sein" oder "Lampenfieber", sondern vornehmlich nur die Single-B-Seiten? Na, das konnte ja was werden.

Was es dann wurde? Auf jeden Fall kein enttäuschendes Konzert, sondern eines, weil sich die heute 74-Jährige musikalisch von einer Seite zeigte, die viele so vielleicht nicht vermutet oder gar zugetraut hatten. Gitte Hænning präsentierte sich als eine Jazz-Sängerin und Musical-Interpretin statt Gute-Laune-Bereiterin mit eingängigen und schmusigen Schlagern. Je länger das am Ende knapp zweistündige Konzert dauerte, desto mehr zog sie damit das Publikum in ihren Bann. Es war schlichtweg begeistert von Titeln wie "Jung sein ist nicht so leicht", "Ich brauche zum Glück keinen Schornsteinfeger und kein rosarotes Schwein", "Hände weg von Jack", "Junger Tag", "Der Anruf" oder der "I'm sorry"-Adaption von Brenda Lee. Dafür legte die ausgezeichnete Band den passenden Teppich: Wolfgang Köhler (Piano), Thomas Alier (Schlagzeug), Benedikt Reichenbach (Gitarre) und Björn Werra (Bass).

Zwischendurch kam Gitte Hænning immer wieder ins Plaudern, verriet beispielsweise aus der Kindheit, dass sie von den Eltern oft Eigelb mit Zucker zu essen bekam, damit sie an Kraft und Gewicht zunahm. Oder dass ihre Frisur ein Pferdeschwanz war, der auch noch onduliert wurde. Kurzum: Sie, die auch in vielen Filmen und in Musicals wie "Sunset Boulevard" und Flashdance" mitwirkte, nahm das Publikum mit auf eine Reise durch ihr bewegtes Leben. Dass geriet mitunter etwas ausschweifend, was einige Besucher zum Zwischenruf "Musik, bitte!" veranlasste, jedoch unbeachtet blieb.

Gitte Hænning begeisterte unterm Strich mit ihrer nach wie vor ausdrucksstarken Stimme. Als Zugabe bekamen die Fans dann doch noch, was sie sich gewünscht hatten: ein Medley aus Hits wie "Ich will 'nen Cowboy als Mann", "Hallo, wie geht es Robert?" und "Ich will alles" - allerdings als angejazzte Versionen.

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