Grenzöffnung: Schau zeigt exklusive Fotos

Mauerfall 89 In Bad Elster standen am Wochenende die Eröffnung einer Ausstellung und Beethovens Freiheitsoper "Fidelio" im Zeichen dieses Jubiläums.

Im Kurhaus Bad Elster wurde eine Ausstellung zum Thema "Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit" eröffnet. Ute Gallert von der Chursächsischen Veranstaltungsgesellschaft betreut die Schau.
Freiheitsoper: eine Szene mit Isabel Blechschmidt als Leonore (Fidelio).
In der Ausstellung zu sehen: Fotos von der Grenzöffnung Gattendorf-Gassenreuth.

Von Eckhard Sommer

Im Kurhaus wurde am Freitagabend eine bemerkenswerte Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur eröffnet: "Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit". Präsentiert wird sie von der Chursächsischen Veranstaltungsgesellschaft in Kooperation mit dem Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth. Passend dazu spielte das Konzertmeisterquartett der Chursächsischen Philharmonie Wolf Biermanns "Ermutigung", "Sonderzug nach Pankow" von Udo Lindenberg und "Wind of Change" von den Scorpions".

Es braucht neben Muse und Interesse vor allem viel Zeit, um sich durch die Ausstellung zu arbeiten. In erster Linie liegt es daran, dass sie sehr textlastig ist. Auf rund einem Dutzend Schautafeln sind unter Schlagworten wie "Scheinstabilität", "Unzufriedenheit", "Aufbruch", "Mauerfall", "Entmachtet", "Triumph", "2+4=1", "Angleichung" und "Vereint" eine Vielzahl an Fakten und Informationen zum Prozess der untergehenden DDR bis zur deutschen Einheit nachgezeichnet.

Fast greifbar wird die Vergangenheit durch Beispiele von Infanterieminen und Splitterminen, wie sie von 1963 bis 1983 an der deutsch-deutschen Grenze auf DDR-Seite waren, oder mit einem Wurfanker eines Flüchtlings und eines Seitenschneiders, mit dessen Hilfe die Flucht nach Westen gelang. Ohne Zweifel der Blickfang der Ausstellung: ein Stillleben der gefallenen Grenze. Emotional besonders eindrucksvoll und bewegend sind die gezeigten Fotos. Unter anderem sind es Zeitdokumente von der Öffnung der Grenze am 19. November 1989 an der A 72 (Autobahn Hof-Plauen), am 21. Dezember bei Nentschau- Posseck und bei Töpen-Juchhöh oder auch am 2. Januar 1990 bei Gattendorf-Gassenreuth. Wer die Grenzöffnungen vor 30 Jahren miterlebte, der wird sich noch genau daran erinnern und eventuell auf den Fotos zu sehen sein.

Die Ausstellung wird noch bis zum 31. Januar im Kurhaus gezeigt. Geöffnet ist sie Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr. Die Öffnungszeiten an den Feiertagen sind in der Touristinformation unter 037437 53900 zu erfragen.

Ein zum Jubiläum passenderes Musikwerk als Ludwig van Beethovens Oper "Fidelio" hätte am Samstag im König-Albert-Theater Bad Elster nicht gespielt werden können. Ein Werk, in dessen Mittelpunkt Gerechtigkeit und Tyrannenwillkür, Gefangensein und Freiheitsgewinn stehen. Insofern machte es Sinn, den eigentlich historischen Stoff im Heute anzusiedeln. Allein das Bühnenbild mit stilisiertem Wachturm, Mauern und Gittern wies darauf hin: "Fidelio" als Bezug und Sinnbild für 28 Jahre Mauer zwischen Ost und West und deren Fall. Ein Kernsatz der Oper, gesungen vom Chor der Gefangenen: "O welche Lust, in freier Luft den Atem leicht zu heben!, Nur hier, nur hier ist Leben! Der Kerker eine Gruft!"

Die Besucher erlebten eine glanzvolle Premiere und einen emotional mitreißenden Abend, zu verdanken der Musik und den Sängern. Szenenapplaus gab es für Aljaz Vesel in der Rolle des Gefangenen Florestan, Isabel Blechschmidt als seine Frau Leonore (unter dem Namen Fidelio), Paul Gukhoe Song als Don Pizarro, Hagen Erkrath als Kerkermeister und Kirsten Labonte als dessen Tochter Marzelline. Auf die Bühne gebracht wurde "Fidelio" von den Landesbühnen Sachsen in einer Inszenierung von Manuel Schöbel und der Elbland Philharmonie Sachsen unter Leitung von Generalmusikdirektor Florian Merz.

Das nächste Mal kommt "Fidelio" am 8. Mai 2020, dem 75. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vom Hitler-Faschismus, zur Aufführung.

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