Haushalt: In Eichigt eine Million minus

Folge üppiger Steuern - Kämmerer beruhigt

Eichigt.

Einen großen Schreck gibt es beim ersten Blick auf die Finanzen der Gemeinde Eichigt in diesem Jahr: Ein Teil des Haushalts schließt mit einem Minus von 1,03 Millionen Euro. Doch es sei kein Grund zur Panik, wenn die Zahlen "ein bissel besonders aussehen", beruhigt Kay Wasilewski, im Oelsnitzer Rathaus für die Finanzen der Landgemeinden zuständig. Denn Eichigt ist weder pleite, noch muss die Gemeinde ihre Investitionen auf null zurückfahren. Vielmehr kommen gleich mehrere Effekte zusammen.

Der eine: 2018 und 2019 waren außergewöhnlich gute Steuer-Jahre. Zum Beispiel: Voriges Jahr rechnete der Kämmerer mit 200.000 Euro Gewerbesteuer - es kamen 650.000 Euro. Wasilewski spricht von "extremen" Steuernachzahlungen zurückliegender Jahren, die das Bild verzerren. Denn auf Landesebene wird nur die Gesamtsumme der Steuern betrachtet. Heißt für Eichigt: Wer so viel Geld einnimmt, der braucht unsere Hilfe nicht, schlussfolgert der Freistaat - und gibt dieses Jahr keinen einzigen Cent an allgemeinen und investiven Schlüsselzuweisungen, sonst eine Haupteinnahmequelle der Gemeinde. Im Gegenteil: Eichigt soll gar 5000 Euro Finanzausgleichsabgabe an den Landkreis zahlen. Das dicke Minus auf dem Papier kommt zudem zustande, da der Verkauf von 21 Wohnungen in Süßebach durch die Gemeinde mit ihrem Bilanzwert ins Jahr 2020 fällt.

Eichigt kann das Minus verrechnen - 848.000 Euro mit den Überschüssen, 183.000 Euro mit allem Kapital, das die Gemeinde hat. Dennoch bleiben Eichigt am Ende des Haushaltsjahres 363.000 Euro an flüssigen Mitteln - und die Kommune kann sich in diesem Jahr Investitionen von knapp 1,3 Millionen Euro leisten. (hagr)


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