Hunde leiden in Gluthitze

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Ein verhängtes Bußgeld wollte der Halter nicht zahlen. Sein Einspruch scheitert, nun soll er noch mehr bezahlen.

Auerbach/Treuen.

Von Einsicht oder Reue war beim Mann auf der Anklagebank bis zuletzt nichts zu spüren: Der 34-jährige Treuener beteuerte im Auerbacher Amtsgericht seine Unschuld und wurde dann vom Urteil kalt erwischt. Denn er hatte seiner Meinung nach nichts falsch gemacht, als er im August 2020 in Dresden bei über 30 Grad seine beiden kleinen Hunde im schwarzen Auto zurückließ. Er saß damals gleich nebenan mit seiner Familie gemütlich beim Mittagessen im Biergarten und fiel aus allen Wolken, als er mitbekam, dass der Einsatz von Feuerwehr und Polizei seinem Auto galt.

Eine junge Dresdnerin hatte das Leiden der Hunde in der Gluthitze bemerkt und nach kurzer Wartefrist den Notruf gewählt; es dauerte noch eine Stunde, bis die Tiere befreit wurden. Denn die Feuerwehr traute sich zunächst nicht, das Fahrzeug gewaltsam zu öffnen. Stattdessen bespritzte sie das Auto mit Wasser und legte eine Rettungsdecke über das Dach, um weitere Erwärmung zu verhindern. Erst die Polizei ordnete dann die Öffnung an - in diesem Moment erschien jedoch der Halter und holte recht unwirsch seine Hunde aus dem Wagen. Die seien schließlich "Hitze gewöhnt", erklärte er der Einsatzleiterin. Tatsächlich wirkten die Tiere nach Zeugenaussagen "überraschend fidel".

Anschließend flatterten dem Treuener zwei Briefe ins Haus: Eine Rechnung für den Feuerwehreinsatz über 320 Euro sowie ein Bußgeldbescheid über 150 Euro. Gegen das Bußgeld legte der Mann Einspruch ein: In der Kostenrechnung der Feuerwehr sei schließlich erwähnt, dass ihm die Hunde "schadenfrei" übergeben worden seien. Deshalb sei der Vorwurf falsch, dass er Tieren "Schmerzen, Leiden oder Schäden" zugefügt habe, versuchte er Richter Helmut Böhmer zu erklären. Dieser sah das allerdings ganz anders. Er wies den Einspruch zurück und erhöhte das Bußgeld sogar auf 250 Euro. Außerdem muss er nun die Kosten des Verfahrens tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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