Ideen für Partnerschaft gesucht

Am 8. September kommen wieder Gäste aus Castel- fidardo nach Klingenthal. 17 Jahre besteht die Verbindung. Sie braucht aber neuen Impulse.

Klingenthal/Castelfidardo.

Am 8. September wird das Akkordeonorchester Klingenthal am Musik- pavillon am Marktplatz ein Konzert mit dem italienischen Sänger Giacomo Medici geben. Die Gäste aus Castelfidardo sind in Vorbereitung des Akkordeonwettbewerbs "Premio di Castelfidardo" auf Rundreise durch Italien und Deutschland.

Seit 2003 besteht die Städtepartnerschaft zwischen Klingenthal und Castelfidardo, damals vertraglich besiegelt von Reiner Schneidenbach und Mirco Soprani. Den Anstoß dazu hatte drei Jahre zuvor Karl-Heinz Reichelt von der Firma Moritz Grimm gegeben. Deren lederne Stimmplattenventile sind auch bei den Akkordeonherstellern in Castelfidardo gefragt.

In den vergangenen 17 Jahren erlebte die Verbindung zahlreiche Höhepunkte, zu denen natürlich auch 2009 die Konzerte des Akkordeonorchesters Klingenthal in Italien gehörten. Bereits 2004 waren mit dem Akkordeon-Duo Theresa und Stefan Schlosser erstmals Klingenthaler in Castelfidardo aufgetreten.

Seit 2005 sprach der Tourismusverein "Pro Loco" jährlich Einladungen für Nachwuchsmusiker zu einem Konzert in Castelfidardo aus, die beim Klingenthaler Nachwuchswettbewerb "Kleine Tage der Harmonika" erfolgreich waren. Den Anfang machten Rashid Röber aus Markkleeberg, der in jenem Jahr auch den Ehrenpreis der "Freien Presse" erhalten hatte. 2013 gab Marie-Luise Kuhnert aus Zwota ein Solo-Konzert in Castelfidardo.

Zum Bornkinnelmarkt 2004 bereiteten im "Vogtlandkeller" erstmals italienische Köche südländische Spezialitäten zu, was großen Anklang fand. Auch in den Folgejahren fanden in der Vorweihnachtszeit Wein, Käse und Salami aus Italien in Klingenthal ihre Abnehmer.

So manche Idee aber blieb eine Vision, vor allem die erhoffte Zusammenarbeit der Schulen, obwohl Schneidenbach 2005 sogar Mitglieder des damaligen Jugendparlaments mit nach Castelfidardo genommen hatte. Manfred Gäbler als Chef des Klingenthaler Akkordeonwettbewerbes regte das Projekt eines gemeinsamen Preises für den Akkordeonbau an. Es blieb eine Idee, wie auch gegenseitige Sonderausstellungen in den Museen - abgesehen von einer privaten Initiative 2013 zum 10-jährigen Partnerschaftsjubiläum, als unter den Titel "Hommage an Klingenthal" erstmals vogtländische Künstler Arbeiten in Castelfidardo zeigten. Im April 2018 führte eine Exkursion von angehenden Akkordeonbauern der Berufs- und Berufsfachschule Klingenthal in italienische Firmen.

Inzwischen ist es stiller geworden um die Zusammenarbeit. Die knapp 1300 Kilometer, die beide Städte trennen, sind kein Pappenstiel. Und auch die Akteure in beiden Städten sind älter geworden, oder inzwischen nicht mehr im Amt. Es sind von italienischer Seite vor allem Aldo Belmonti von "Pro Loco" und der langjährige Museumschef Benjamino Bugiolacchi, die mit Holda Paoletti-Kampl als Dolmetscherin die Kontakte halten. Klingenthals Oberbürgermeister Thomas Hennig (CDU) macht sich deshalb ernsthaft Gedanken um den Fortbestand der Städtepartnerschaft.

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