Ist der Perückenmann wieder im Vogtland unterwegs?

Sollte eine Schülerin in Klingenthal auf dem Weg in den Hort entführt werden? Die Ermittler suchen derzeit nach Antworten.

Die Polizei ermittelt zu einem Fall von versuchter Freiheitsberaubung in Klingenthal. Das bestätigte Polizeisprecher Christian Schünemann auf Anfrage der "Freien Presse". Zuvor hatten sich Eltern an die Redaktion gewandt und über den Vorfall informiert, der sich am Dienstag ereignet haben soll.

Demnach wurde eine Grundschülerin auf dem Weg von der Grundschule auf dem Amtsberg in den Hort der evangelischen Kindertagesstätte angesprochen und am Arm festgehalten. Das Mädchen habe sich jedoch losreißen können und sich auf dem nahegelegenen Friedhof versteckt. Daraufhin wurde Anzeige bei der Polizei erstattet. "Die Ermittlungen laufen", sagt Schünemann. Die Polizei korrigierte zudem eine am Dienstag und Mittwoch kommunizierte Information, wonach sich dieser Fall in Treuen ereignet habe. Dort habe ein Mann mit schwarzer Perücke Schüler zwar angesprochen, aber nicht versucht festzuhalten. Ob es sich dabei um dieselbe Person wie in Klingenthal gehandelt habe, ermittelt derzeit die Polizei, so Schünemann.

Der Fall weckt Erinnerungen an den sogenannten Perückenmann, der im Frühjahr 2017 im Vogtland für Schlagzeilen sorgte. Damals hatte ein als Frau verkleideter Mann an mehreren Orten im Vogtland Kinder angesprochen. Er war in einem blauen Opel unterwegs, mit dem er schließlich seinerzeit in Thoßfell einen Unfall verursachte. Der zum damaligen Zeitpunkt 52 Jahre alte Plauener war zuvor bereits mehrmals von der Polizei "zur präventiven Abwehr von Gefahren" aufgesucht worden. Straftaten für eine Festnahme konnten ihm nicht zur Last gelegt werden, jedoch wurden weitere Behörden und der sozialpsychiatrische Dienst eingeschaltet. Ob es zwischen dem Perückenmann von 2017 und den jetzigen mutmaßlichen Vorfällen einen Zusammenhang gibt, werde ebenfalls seitens der Polizei untersucht, so der Sprecher.

In Klingenthal ist derweil die Sorge der Eltern groß. Eine Mutter, die nicht namentlich genannt werden will, kritisiert mangelnde Informationen der Eltern durch die Schule. Nur die Kinder seien dort sensibilisiert worden. Zugleich richtet sie eine Forderung an die Stadt, den Schulweg auf den Amtsberg besser abzusichern. Die konkrete Forderung: Schülerlotsen sollten an der Strecke abseits des Stadtzentrums präsent sein. Zur Begleitung von Kindern in den Hort, die ebenfalls in Klingenthal diskutiert wird, äußerte sich OB Thomas Hennig (CDU): Er habe entschieden, dass zunächst bis Jahresende Grundschüler zum Hort begleitet werden - voraussichtlich durch Lehrlinge der Stadt. Es gehe darum, die Angst zu nehmen, sagte Hennig. Er will zudem die Planungen für den zentralen Hort auf dem Amtsberg vorantreiben und sieht einen Bau 2022/23 als realistisch an. (mit hagr)

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