Kindergarten Marieney: Im Herbst Entscheidung über Trägerwechsel

Im Oktober soll es einen öffentlichen Beschluss geben. Zwei Räte sprechen sich dafür aus, das kommunale Haus an einen freien Betreiber zu geben.

Mühlental.

Der Mühlentaler Gemeinderat will im Oktober darüber entscheiden, ob der bislang kommunale Kindergarten in Marieney an einen freien Träger übergeben wird. Das teilte am Donnerstag Bürgermeister Heiko Spranger (Freie Wähler Marieney-Saalig) auf Anfrage mit. Zuvor gibt es eine Umfrage bei Eltern aus Mühlental, die ihre Kinder bislang nicht in Marieney, sondern in Einrichtungen andernorts betreuen lassen. Diese Verfahrensweise war laut Spranger zuletzt Thema im nichtöffentlichen Teil einer Sondersitzung des Rates gewesen. Die heutige zweite Sondersitzung des Rates hat auch mit dem Kindergarten zu tun - aber nicht mit der Trägerschaft, so Spranger. Es geht um die Einstellung einer neuen Mitarbeiterin, was im August auch öffentlich im Rat besprochen wurde.

Unterdessen haben sich zwei Gemeinderäte in einem "Freie Presse" vorliegenden Brief dafür ausgesprochen, den Kindergarten durch einen anderen Träger weiter zu betreiben. "Die Zahl der betreuten Kinder schwankt und war in den letzten Jahren rückläufig. Bei einer Kapazität von 40 Plätzen wird die Einrichtung von 23 Kindern besucht, Stand September 2020", erklären Sieghard Pollack (Freie Wähler Marieney-Saalig) und Karli Staer (Wählervereinigung Tirschendorf) zum Thema, mit dem sich der Rat seit längerem beschäftigt. Sie betonen den guten Ruf des seit 1969 bestehenden Kindergartens, verweisen aber auch auf den Umstand, dass eine Anzahl Kinder aus der Gemeinde in anderen Kindergärten betreut werden. Dafür müsse die Gemeinde "einen nicht unerheblichen Betrag pro Monat" an Träger der Einrichtungen zahlen.

Pollack und Staer stellen in der Gemeinde eine Art Lagerbildung zum Kindergarten Marieney fest. "Es gibt sicherlich immer wieder gute Gründe, sein Kind in anderen Einrichtungen unterzubringen, es mehren sich aber auch Stimmen, die mit dem Kindergarten nicht recht zufrieden sind. Leider erfährt man davon meist nur über Gerüchte nach dem Motto, ,ich habe gehört oder ich will nichts gesagt haben, die wollen den zumachen'..." Es wolle keiner den Kindergarten schließen, betonen Pollack und Staer - er werde bestehen, so lange es genug Kinder zum Betreuen gibt. Als Vorteile des Trägerwechsels nennen sie die Organisation des Betriebs durch den neuen Träger, der dann von Öffnungszeiten bis Mittagessen Ansprechpartner ist - und er könne leichter bei Krankheit oder Personalproblemen eine Vertretung organisieren. Die Gemeinde bleibe Eigentümerin des Hauses, kümmere sich um Spielgeräte, Reparaturen, Winterdienst. "Für die Eltern wird's sicher nicht billiger", erwarten Pollack und Staer Elternbeiträge in etwa der aktuellen Höhe. Aus dem Konzept des Trägers für den Kindergarten erwarten die Räte indes "neue Impulse für die Attraktivität. Das Niveau der Betreuung soll beibehalten werden. Die Eltern können davon ausgehen, die Betreuung ihrer Kinder erfolgt auch nach einem Trägerwechsel durch die bisherigen Kindergärtnerinnen", so die Räte. Sie bitten um Hinweise, Kritiken oder Anregungen zum Thema an Bürgermeister und Räte. "Besonders würde uns interessieren, welchen Nachteil der Kindergartenbetrieb durch einen freien Träger hat", erklären Pollack und Staer.

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