Klingenthals musikalische Taktgeber

100 Jahre Stadtrecht: Mit Rico Schneider hat das Stadtorchester Klingenthal wieder einen Stadtmusikdirektor. Die Geschichte kennt prominente Musikerkollegen.

Klingenthal.

Zum 100-jährigen Stadtrechtsjubiläum hat Klingenthal mit Rico Schneider wieder einen Stadtmusikdirektor. Er steht damit in einer Tradition, die 1896 mit "Rathsmusikdirektor" Max Kuchenbäcker begründet wurde, der das damals ins Leben gerufene Rathsmusikchor leitete. Die Klingenthaler Geschichte ist reich an namhaften Musikern.

Stadtmusikdirektor Ernst Uebel (1882-1959) beendete 1899 die Klingenthaler Musikschule als Meisterschüler mit Auszeichnung. Ab 1909 als Musiklehrer tätig, übernahm er 1910 das Dirigentenamt des Musikvereinschores und wurde 1921 zum ersten Stadtmusikdirektor ernannt. Dieser Beschluss wurde 1953 durch den Rat der Stadt Klingenthal erneuert. Auch als Komponist machte sich der Klingenthaler international einen Namen. Von 1947 bis 1952 leitete Ernst Uebel zudem das Akkordeonorchester der Firma Zuleger & Mayenburg.

Herbert Fischbach (1929 - 2015) hatte 1991 als zweiter Klingenthaler den Titel eines Stadtmusikdirektors erhalten. Bereits seit 1947 war er Mitglied des Orchesters, 1980 übernahm er die Stabführung. 1962 gehörte Herbert Fischbach zu den Gründern des Weltklang-Orchesters, das bis zu seiner Auflösung Ende 1977 rund 700 Konzerte gab, darunter 1966 in Belgien. 2012 erhielt er durch die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände für seine Verdienste die Dirigenten- nadel in Gold mit Diamant.

Musikdirektor Ernst Ubel (1899-1960) wurde oft mit Ernst Uebel verwechselt. 1933 vom Gewandhaus- orchester Leipzig zurück nach Klingenthal gekommen, wurde er Konzertmeister im Stadtorchester und musikalischer Leiter der Waldbühne Zwota. Von 1946 bis 1953 dirigierte er das Stadtorchester. Auch Ernst Ubel war als Komponist tätig. 1953 wurde er vom Rat der Stadt Klingenthal zum Musikdirektor ernannt. 1955 wurde unter seiner Leitung das Akkordeonorchester der Betriebs- berufsschule der Harmonikawerke in Berlin Republiksieger.

Musikdirektor Hugo Herold (1924 - 2015). Der Vollblutmusiker, Komponist und Arrangeur war Chef des legendären Tanzorchesters Brunndöbra (TOB) und prägte zwischen 1970 und 1977 als Dirigent maßgeblich den Sound des Stadt- orchesters. Zum 70. Geburtstag 1994 ernannte ihn der Stadtrat zum "Musikdirektor ehrenhalber".

Kunstpreisträger Heinz Dähn (1920-1981). Der gebürtige Zwotaer war ab 1959 Dirigent des Blasorchesters und leitete von 1964 bis zu dessen Auflösung 1967 auch das Sinfonieorchester. 1965 wurde er mit dem Staatspreis für künstlerisches Volksschaffen geehrt. 1971 und 1972 dirigierte Heinz Dähn das Akkordeonorchester Klingenthal bei Konzertreisen in der UdSSR und Schweden.

Nicht vergessen sind in Verbindung mit dem Stadtorchester Klingenthal auch Namen wie Alfred Wolf, der von 1954 bis 1963 am Dirigentenpult des Klangkörpers stand, oder Herbert Körner, der 1978 bis 1980 das Stadtorchester leitete. Das gilt auch für den Musiker und Komponisten Herbert Gerbeth, der 2005 im Alter von nur 73 Jahren verstorben ist.

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