Klingenthals Oberbürgermeister will Landrat im Vogtland werden

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Im Frühjahr 2022 wird im Vogtland ein Nachfolger von Rolf Keil (CDU) gesucht. Mit Thomas Hennig (CDU) wirft jetzt bereits der erste Kandidat den Hut in den Ring.

Klingenthal.

Thomas Hennig hat die ungewöhnlichen Tage zwischen dem Weihnachtsfest und Neujahr genutzt, um mit seiner Familie einige Dinge für die Zukunft zu besprechen. Für sein Vorhaben, sich 2022 um die Nachfolge von Landrat Rolf Keil (CDU) zu bewerben, habe er den nötigen Rückhalt bekommen, sagte er auf Nachfrage der "Freien Presse".

Dass den derzeitigen Klingenthaler Oberbürgermeister das Amt des Landrates reizt, ist bekannt. "Ich will mich nun noch mit zwei, drei Freunden - auch aus Dresden - beraten, und natürlich auch den Stadtrat einbeziehen." Spätestens zum Ende des 1. Quartals soll dann nach seinen Worten die endgültige Entscheidung fallen.

Hennig war erst vor Jahresfrist für weitere sieben Jahre als Oberbürgermeister gewählt worden - ohne Gegenkandidaten.

Wie die Klingenthaler auf eine Kandidatur als Landrat reagieren würden, darüber war sich Hennig nicht sicher. Auf den Zeitungsbeitrag vom Dezember, der das Thema erstmals konkret angesprochen hatte, habe er viele Reaktionen erhalten: "Es waren bestimmt zwischen 80 und 100 Mails, Whatsapp-Nachrichten und Anrufe", sagte er. Die übergroße Zahl der Reaktionen sei positiv gewesen, was ihn letztlich in seiner Entscheidung noch bestärkt habe. "Außerdem will ich die begonnenen Projekte noch vollenden, um im Fall einer Wahl einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin ein gutes Feld zu übergeben", betonte er.

Als Kreistagsabgeordneter und Vorsitzender des Zweckverbandes für die Klingenthaler Vogtland-Arena ist Thomas Hennig schon jetzt eng in die Politik des Vogtlandkreises eingebunden. Als 2. Vizepräsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetages ist er nahe an der Landespolitik dran. "Als Landrat wäre ich ja auch für Klingenthal nicht aus der Welt", ist er überzeugt.

Die Vogtland-CDU reagierte zurückhaltend auf die Ankündigung von Hennig, den Hut einer Kandidatur in den Ring zu werfen. "Die CDU im Vogtland verfügt über mehrere fachlich geeignete Personen, die für eine Kandidatur bei den Landratswahlen im Frühsommer des kommenden Jahres infrage kommen. Thomas Hennig gehört dazu", sagte Kreisvorsitzender Sören Voigt auf Nachfrage.

Man werde sich, so Voigt weiter, wie bereits kommuniziert, zunächst auf die Oberbürgermeisterwahlen in Plauen im Frühjahr dieses Jahres und auf die Bundestagswahlen im Herbst konzentrieren. Wann eine Nominierung einer oder eines CDU-Kandidaten für die Landratswahlen stattfindet, werde innerparteilich durch die entsprechende Gremienbefassung - Beschluss des Kreisvorstandes in Frühjahr - festgelegt. Aus heutiger Sicht werde dieser formelle Akt nach den Bundestagswahlen erfolgen. "Bis dahin hat jeder Bewerber die Möglichkeit, sich und sein Programm in den Ortsverbänden vorzustellen und um entsprechende Unterstützung zu werben. Das ist das übliche und basis- demokratische Verfahren, an das wir uns im Sinne unserer Mitglieder selbstverständlich halten werden", so Sören Voigt.


Kommentar: Es geht ans Eingemachte

In dem Jahrzehnt, in dem Thomas Hennig inzwischen in der Kommunal-, Kreis- und nun auch Landespolitik mitmischt, hat er erkannt, wie wichtig Präsenz ist, will man ein Ziel erreichen. Wenn Hennig also 2022 Landrat werden will, ist es legitim, das auch frühzeitig zu sagen. Und es gibt noch einen weiteren Grund: Im Falle seines Wechsels nach Plauen steht für Klingenthal die Frage eines Nachfolgers. Bei der OB-Wahl 2020 hatte Hennig, wie schon 2013, keinen Gegenkandidaten. In der Stadt war man scheinbar davon ausgegangen, dass er auch die zweite Wahlperiode ausfüllen werde. Einen Nachfolger zu finden, der in den von Hennig hinterlassenen Fußspuren nicht ins Stolpern kommt, braucht seine Zeit. Der Satz "Der Thomas macht das schon", wenn sich ein Problem auftut, funktioniert dann in der Stadt nicht mehr. Natürlich hat auch Sören Voigt recht, wenn er darauf verweist, dass für die im Juni 2022 anstehende Landratswahl im Herbst endgültig die Weichen gestellt werden. Aber: Im Vogtland geht es 2022 um viel, in Klingenthal dagegen in jedem Fall ans Eingemachte.

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1010 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    2
    Zeitungss
    12.01.2021

    @kopf..: Wenn ich es gewollt hätte, hätte ich es getan, soviel zu Punkt 1.
    Sie leben schon im Vogtland ? Wenn ja, dann von der Außenwelt abgeschlossen, sonst würde die 2.Frage nicht aufkommen. Selbst in der FP ist der Herr LR ein tägliches Thema und Sie bekommen es noch immer nicht mit, genau solche Leute braucht der Herr.
    Wieso musste der LR eigentlich herhalten, als IHNEN in den Abendstunden zu viele Busse verkehren ??? Bevor Sie die nächste Rakete abschießen, geben Sie das richtige Ziel vorher ein.

  • 2
    3
    gelöschter Nutzer
    12.01.2021

    Zählen sie doch einmal auf "kopf....." was es für einen Vorteil hat wenn es den Dritten hintereinander aus dem Oberland geben sollte. Zwei haben doch schon tief blicken lassen.

  • 3
    2
    kopfschuettler1
    12.01.2021

    @Zeitungss

    Mich wundert es, dass Sie bei Ihrem Wissen nicht in der Politik zu finden sind! Zählen Sie doch einmal auf, welche Nachteile Sie durch diesen Landrat haben????

  • 4
    3
    Zeitungss
    11.01.2021

    @ChWtr: Noch einmal zu Ihren Beitrag vom 08.1. Meine Antwort darauf dürften Sie inzwischen kennen, "Lobeshymnen" hier im Forum und anderen Medien reißen nicht ab, selbst Rücktrittsforderungen tauchen auf, was den Zustand in der Plauener Burg recht gut darstellt. Das Verhältnis LR - Vogtländer kann man als gestört einordnen und dabei feststellen, dass der Vogtländer nicht der Urheber ist. Wer sein Auskommen in der Burg hat, kann hier zwangsläufig nur rot spenden, eigentlich ein Naturgesetz. Die Kreisräte mit geballter Faust in der Hosentasche und das eigene Bleiberecht im Kopf, dienern dem Herrn. So war es schon beim Vorgänger und man pflegt eben Traditionen. Den nun reichlich zugedachten roten Däumchen sein noch gesagt, einfach einmal in den Medien um- und den Buschfunk abhören, die Erkenntnisse dürften weiterhelfen.

  • 3
    6
    gelöschter Nutzer
    08.01.2021

    Klingt eher wie eine Predigt in einer Kirche was "ChW...." hier von sich gibt. Diese Allgemeinplätze gehören irgendwohin, nur in diesem aktuellen Fall sind sie nicht zielführend. Der Vogtländer hat Respekt verdient und nicht eine grottenschlechte Führung. Dazu gehört nicht nur die Landratsspitze, dazu gehören auch die vom Volk gewählten Kreisräte. Hier hat sich eine gewisse Beißhemmung eingeschlichen zu haben.

  • 4
    6
    Zeitungss
    08.01.2021

    Kaum zu glauben, habe ich in so kurzer Zeit die Fangruppe der Vogtland- CDU am Hals, vorhergesehen habe ich es schon. Die bisherigen Kritiker am Landrat sind auf der Flucht, so ist sie nun einmal unsere Welt. Wie auch immer, man kann nachdenken, ist aber keinesfalls verpflichtend. Und @ChWtr, haben Sie sich die allein hier veröffentlichen "Lobeshymnen" für den Landvogt schon einmal zu Gemüte geführt ??? Wenn Sie vom gegenwärtigen Zustand profitieren, kann auch ich das nachvollziehen, über 30 Jahre nach der Wende ist man noch nicht ganz verblödet, wenn auch gewünscht.

  • 6
    9
    Zeitungss
    08.01.2021

    @ChWtr: Als Wechselwähler werden Sie Strukturen und Postenschacher weniger interessieren, was gutes Recht ist. Nun gibt es Leute, dazuzähle auch ich, welche die geleistete Arbeit in den Wahlperioden etwas genauer betrachten. Für Sie mag das, aus welchen Gründen auch immer, nicht von Bedeutung sein. Die Lobeshymnen über den derzeitigen Amtsinhaber und dessen Vorgänger haben Sie sicherlich zur Kenntnis genommen und diese stammten nicht von mir.
    Wie heute Politik incl. Machterhalt geht, sollten Sie inzwischen gelernt oder zumindest zur Kenntnis genommen haben, sonst ist selbst eine Wahl sinnlos, was zunehmend an der Wahlbeteiligung zu sehen ist, oder je nach Blickwinkel eben nicht.

  • 14
    6
    ChWtr
    08.01.2021

    Was für schlechte Erfahrung(en) haben sie denn mit Politik und Behörden gemacht, Zeitungss?

    Spielt wirklich die Parteienzugehörigkeit eine Geige, außer die ewigen Empörer, die nichts außer Empörung können (...) ?

    Es zählt der Mensch, die Verantwortung und der Geist, das Amt auszufüllen - so in etwa.

    Das machen einige "Würdenträger" NICHT gut, andere schon.
    Nicht alle(s) teflonartig über einen Kamm scheren.

    Es wird hoffentlich auch bald wieder im Vogtländischem Umfeld besser - mit anderen Verantwortlichen, die nicht nur Entgelt abfassen. Sehr oft hängt es an dem Mitarbeiterstab und wie ich diese FÜHREN kann - Vorangehen kann. Denn - ein Unternehmer unternimmt, sonst ist er kein Unternehmer. Genauso sieht es in allen anderen Bereichen aus. Derjenige, der jedoch Verantwortung übernimmt, macht nicht immer alles richtig (...)!!!

    Ich bin übrigens sogenannter Wechselwähler.

  • 10
    12
    Zeitungss
    08.01.2021

    Ist der Herr OB damals nicht als Parteiloser angetreten (man berichtige mich) ??? Wenn der nächste Fleischtopf winkt, richtet man sich entsprechend aus, was in der Politik kein Einzelfall ist. Seine Leistungen für Klingenthal kann und will ich nicht beurteilen. Der Vogtländer ist aus gutem Grund erst einmal aufgeschreckt, denkt er an die letzten Jahre zurück. Fakt ist, noch einen Teflon-LR brauchen die Vogtländer nicht, wie sehr vielen Meinungen zu entnehmen ist. CDU nahe Wähler müssen jetzt mit rot quittieren.

  • 11
    23
    gelöschter Nutzer
    08.01.2021

    Um Himmels willen, bloß nicht. Der Letzte aus Adorf und der Aktuelle aus Schöneck haben doch gereicht. Da bedarf es nicht eines neuen Versuchs aus Klingenthal. Diese "Segnungen" aus dem Oberland müssen ein Ende haben, da muss es doch auch noch andere Kandidaten geben. Zumindest nicht aus dieser Ecke.