König-Albert-Theater Bad Elster immer häufiger ausverkauft

Mehr als die Hälfte der Veranstaltungen im Januar und Februar sahen ein volles Haus. Das schafft den Veranstaltern Freiräume - ist aber kein Ruhekissen.

Bad Elster.

Tüchtig sputen müssen sich Vogtländer, die einen Platz bei den Veranstaltungen im König-Albert-Theater Bad Elster ergattern wollen. Dies galt mehr den je zu Jahresbeginn für das Festival Chursächsische Winterträume. Von 24 Veranstaltungen in den ersten beiden Monaten 2019 war mehr als die Hälfte, 13, ausverkauft. Ein Beispiel: Das Wochenende 15. bis 17. Februar. Am Freitag ausverkauftes Symphoniekonzert, tags darauf volles Haus bei Ella Endlich, am Sonntag dann das gleiche Bild beim Familienmusical Jim Knopf. Der Trend hält an: Registrierte die Chursächsische Veranstaltungsgesellschaft (CVG) als Hausherr des Theaters 2017 noch 48 ausverkaufte Veranstaltungen, so waren es im Jahr darauf bereits 68.

Andernorts wird genau registriert, wie oft das Theater - das je nach Bestuhlung 450 bis 491 Besuchern Platz bietet - eine volle Hütte meldet, weiß CVG-Intendant Florian Merz. Denn das Etikett ausverkauft ist eine wichtige "Währung" - Mitbewerber können sich daraus und den ihnen bekannten Kosten für einen Künstler leicht errechnen, wie viel beim Veranstalter hängen bleibt. Daher plädiert Florian Merz energisch auch für Gleichbehandlung - auch andere Kulturtempel der Region sollen in den Medien mit den Besucherzahlen auftauchen, wie sie "Freie Presse" seit Jahren vom König-Albert-Theater abfordert.

Torsten Kleditzsch

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Dass das Elsteraner Theater inzwischen längst nicht nur bei garantierten Quotenhits wie den Markneukirchner Musicalaufführungen oder den Gastspielen der aus Plauen stammenden Kabarettistin Katrin Weber voll ist, schafft Merz und seinen Mitstreitern zugleich Freiräume für Reihen wie "Rock, Pop & Lied" oder "Gedanken und Gespräche". Letzteres sind Lesungen, oft mit Schauspielern wie Christian Berkel (28. April) oder Suzanne von Borsody (5. Mai) - völlig in Ordnung, wenn da das Theater nur zum Drittel voll ist. Auch zu Spezialprogrammen wie dem am 12. April gastierenden "Club der toten Dichter" erwartet keiner im Chursachen-Lager ein volles Haus. Es komme auf die Mischung an, sagt Merz - hier scheinen zunehmend mehr Besucher auf den Bad-Elster-Geschmack zu bekommen. Zwar sind die Zahlen für Besuch, Verkauf und Umsatz für 2018 noch nicht präsentiert - aber es gibt wieder ein kräftiges, zweistelliges Plus etwa bei verkauften Tickets.

Alles in Butter also, wenn selbst der in früheren Jahren oft mühsame Jahresstart in Bad Elster rennt? Merz betrachtet es nicht so rosig, sieht die Kultur- und Festspielstadt noch nicht in der Bundesliga spielen, in die er mit Bad Elster gern aufsteigen will. Ansagen wie "es reicht mit dem Wachstum" sind für ihn ebenso, als würde ihm Strychnin in den Kaffee gemischt. Ohne Anstrengungen aller Leistungsträger, ohne neue Ideen falle Bad Elster im Konzert der Kulturorte ins Mittelmaß, fürchtet er. Auf den Status quo setzen wäre ja genauso, wie jedes Jahr auf einer Tourismus-Broschüre mit dem gleichen Bild zu werben, vergleicht er. Zumal die CVG nach vielen Jahren Arbeit merkt, dass der Name Bad Elster Türen öffnet. Es gelingt, Wunschkünstler zu holen. Beispiel: Die niederländische Legende Herman van Veen am 2. Mai. Auch er ist - bis auf ganz wenige Restkarten - ausverkauft.

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