Kretschmer erhält Einladung in die Drachenhöhle

Beim Gespräch mit dem Ministerpräsidenten trugen Vogtländer ihre Sorgen trugen vor. Was der Regierungschef ihnen antwortet.

Pausa-Mühltroff.

Michael Kretschmer (CDU) scheint es im Vogtland zu gefallen. Nicht nur, dass der sächsische Ministerpräsident nach seinem Besuch im Mühltroffer Schloss Anfang des Jahres erneut in die Stadt Pausa-Mühltroff kam. Und dass er noch wisse, wie die Stadt für die neue Turnhalle kämpfte und er sich auch an die Kopfschmerzen vom Erdachsenschmieren in Pausa erinnere. Am Ende des offenen Bürgergespräches am Montagabend, die Gespräche hatten sich inzwischen nach draußen verlagert, wo die Dämmerung hereinbrach, ließ er sich ein Bier aus dem Vogtland, ein Wernesgrüner, schmecken.

Sympathiepunkte erntete der Ministerpräsident gleich zu Beginn der zweistündigen Veranstaltung, als er vor fast 150 Besuchern verkündete: "Ich gehe aus jedem Termin schlauer heraus." Er meinte die Vor-Ort-Gespräche mit Menschen, die die Situation, die Probleme in ihrem Wohnort schildern. "Ich will die Dinge, die uns wichtig sind, gemeinsam besprechen", erklärte Kretschmer. Projekte, die die Menschen vor Ort realisieren wollen. Als erstes ans Rednerpult trat Dirk Förster, CDU-Stadtrat in Pausa-Mühltroff. Er fragte, warum man Investitionen für freiwillige Feuerwehren nicht zentral regelt. Hier sprach Kretschmer die Stärkung des ländlichen Raums an.

Gudrun Müller, Ortsvorsteherin von Ranspach, machte auf den Zustand der Ortsstraße aufmerksam. "Seit DDR-Zeit sind hier nur Flick- arbeiten gemacht worden", sagte sie. Ihr großer Wunsch sei, dass ihr Dringlichkeitsantrag befürwortet wird. Den übergab sie Kretschmer am Montagabend persönlich.

Vom Verein Pro Vogtlandschaft sprachen zwei Vertreter: "Die Region verliert ihr Gesicht, wenn zu dem Windpark in Ebersgrün der geplante auf Thüringer Seite hinzu kommt - mit Windkraftanlagen, die doppelt so groß sind wie die jetzigen", argumentierte Jens Maul. Kretschmer nannte die 1000-Meter-Abstandsregel, die umgesetzt wird. Und: "Ich finde, man kann solche Dinge nicht gegen die Bevölkerung machen." Da man im dicht besiedelten Vogtland kaum die Chance habe, diese Regel umzusetzen, werde man versuchen, die Windkraft auf einem Minimum zu halten, so Landrat Rolf Keil (CDU). Kretschmer sagte zu Windkraft im Wald, was Thomas Hohl ansprach: "Windkraft über Bäumen, das wird es in Sachsen nicht geben."

Vom Reichenbacher Verein Leuchtturm, der Menschen hilft, ergriff Annemarie Schramm das Wort. "Ich möchte einfach nur Danke sagen." Die finanzielle Unterstützung sei schnell angekommen und habe dem Verein sehr geholfen. Der Reichenbacherin schlossen sich weitere Danksagungen an, wie etwa Birgit Ehrhardt, die in Pausa das Seniorenheim leitet. Sie dankte der Staatskanzlei für das Vertrauen, dass durch den Gartenbereich in Coronazeiten Kontakte der alten Menschen möglich wurden. Sie kritisierte das Tarifgefälle Ost-West und fragte, wann die Coronaprämie an die Mitarbeiter ausgezahlt werde, die "tolle Arbeit unter immer noch erschwerten Bedingungen leisten". Den August nannte hierfür Kretschmer.

An die geplante Umwandlung der Plauener Berufsakademie in eine duale Hochschule erinnerte Sina Krieger von der IHK Plauen. Das sei durch die Bindung an Unternehmen eine Chance, junge Leute in der Region zu halten. Ulrich Weiß aus Mühltroff äußerten seinen Wunsch, dass der Putz am Schloss erneuert wird. Und auch, dass die Kleintierzüchter gerne wieder Ausstellungen durchführen würden. Heidrun Bauer von der Drachenhöhle Syrau und dem Fremdenverkehrsverein Rosenbach lenkte den Blick auf den Tourismus im Vogtland und lud den Ministerpräsidenten in die Drachenhöhle ein. "Wir müssen es schaffen, die Faszination des ländlichen Raumes bewusst zu machen. Das ist nicht Plan B, sondern Plan A", so Kretschmer.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.